UNSTOPPABLE – AUßER KONTROLLE

UNSTOPPABLE – AUßER KONTROLLE“ von Tony Scott (USA 2010; 95 Minuten; Start D: 11.11.2010); der 66jährige Briten-Bruder des Meister-Regisseurs Ridley Scott („Blade Runner“) ist in Hollywood „für den Action-Krach“ erfolgreich zuständig („Die Entführung der U-Bahn Pelham 123“; „Der Staatsfeind Nr.1“; „Top Gun“). Hier setzt er einmal mehr auf resolutes ADRENALIN-KINO, wobei der Titel „Programm“ ist: Wir befinden uns im herbstlichen Pennsylvania, unter Eisenbahnern. Dank menschlicher Schlamperei saust ein Güterzug führerlos durch die Gegend. Mit 8 Waggons hochgiftigen Chemikalien beladen geht es in Richtung Stanton, einer dortigen Großstadt. Nichts und niemand vermag ihn aufzuhalten. Sämtliche Versuche scheitern. Die Medien sind alarmiert, berichten/senden live. Alarmstimmung auch im Hauptquartier der Bahnverwaltung, wo die Rangiermeisterin Connie Hooper (Rosario Dawson) aufgescheucht ist. Doch der Zug lässt sich einfach nicht stoppen.

Der altgediente Zugführer Frank Barnes (Denzel Washington) ist angefressen. Hat man ihm heute so ein „Greenhorn“ als Partner zugewiesen: Will Colson (Chris Pine). Irgendwie kommen die Beiden nicht so recht „in Stimmung“ miteinander. Doch als sie unterwegs in ihrem Zug von dem Unglück erfahren, müssen sie sich trotz aller Dissonanzen zusammenraufen. Obwohl die Anweisungen aus der Firmen-Chefetage eindeutig sind, ignorieren sie diese und bemühen sich, in einem letzten, verzweifelten Versuch die bevorstehende Katastrophe noch abzuwenden. Ein Wettlauf gegen die Zeit, gepaart mit viel tapferem „Irrsinn“.
Natürlich ist die Story von Drehbuch-Autor Mark Bomback („Stirb langsam 4.0“) vorhersehbar. Doch was Tony Scott daraus macht, mit viel Krach, Bumm, Zisch, mit vielem Rattern, Quietschen und Dröhnen, ist rasant, effektvoll im Schnitt, in der schnellen Montage und der Zeitraffer-Atmosphäre sowie beschallungsmäßig „voll im Sound“. Während Kameramann BEN SERESIN („Transformers – Die Rache“) nicht nur die herben Landschaften der nordöstlichen USA-Drehorte Pennsylvania + Ohio einfängt, sondern auch die tristen, verwahrlosten Industriegebiete dort.

Doch der Hauptaugenmerk richtet sich natürlich auf die Helden, auf das Kerle-„Paar“: Auf den 2fachen „Oscar“-Preisträger DENZEL WASHINGTON (56/„Glory“; „Training Day“), der bereits zum 5. Male mit Scott zusammenarbeitet und mit routinierter Helden-Pose „rockt“; und auf seinen Kompagnon-Junior CHRIS PINE (30). DER war neulich im 11. „Star Trek“-Movie der jugendliche James T. Kirk und bleibt hier, zusätzlich gestresst mit privaten Eheproblemen, gegenüber „Boss“ Denzel Washington eher blass. Wirkungslos. Interessant dagegen der vehemente Auftritt von ROSARIO DAWSON (war 2007 Mitglied der toughen Weiber-Clique im Quentin-Tarantino-Rotz „Death Proof“; spielte in „Sieben Leben“ neben Will Smith/2008) als verzweifelte Rangier-Lady Connie Hooper, der nach und nach die praktischen Hilfs-Ideen ausgehen.

„Unstoppable – Außer Kontrolle“ ist als furioses, spannendes Action-Ding ein ordentlicher hollywoodscher Nerven-Kick. Pures Bedienungskino zum schnellen Augen-Verzehr (= 3 PÖNIs).

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