UND ÄKTSCHN!

UND ÄKTSCHN!“ von Frederik Baker (Co-B + R; Ö/D 2013; Co-B: Gerhard Polt; K: Wolfgang Thaler; 90 Minuten; Start D: 06.02.2014); Mensch GERHARD POLT, ich begleite Dich nun schon seit vielen Jahrzehnten in den hiesigen Theatern, habe Deine TV-Serien (wie „Fast wia im richtigen Leben“) so etwas von genossen, bin vernarrt in Deinen herrlichen wie bitterbösen, wunderbar doppelzüngigen Sprach-, also Denkstil, mag Deine schlaue, listige Körpersprachen-Art, auf das spießige, politisch reaktionäre Deutschland kommentierend zu blicken, höre hin und wieder Deine gescheiten CDs („Stoibers Vermächtnis“), mag Deine ersten beiden Kinofilme „Kehraus“ (1983) und „Man spricht deutsh“ (1987). Sehr. War 1991 vom dritten Spielfilmstreich „Herr Ober!“ nicht mehr so angetan, aber immerhin noch…, konnte dann aber mit Deiner Historienkomödie „Germanikus“ 2004 überhaupt nichts anfangen. Wie jetzt auch wieder – Mensch, habe ich mich gelangweilt. Bei dieser missratenen Satire um provinziellen Mief im Grenzgebiet von Freilassing, hier „Neufurth“ genannt.

Mit diesem wenig ulkigen dauerhaften Fluglärm vom Salzburger Flughafen-Nachbarn, mit diesen armseligen örtlichen Pappkameraden, die hier trashig herumwuseln, mit diesen offensichtlich nur blöden Mitleidsgestalten. Und Du nun also mittendrin, als holpernder Wortstotterer Hans Pospiech, der in der Garage seines Hauses haust (weil ihn „oben“ die Ehefrau offensichtlich `rausgeschmissen hat) und vom FILM träumt. Von der Verwirklichung eines Films. Der private Adolf soll es sein. „Zum Genie fehlt mir das Geld“, dennoch wird begonnen. Adolf war zwar „oan Oasch“, aber schließlich auch mal privat. Das hat er im Buch „Adolf Hitler privat“ schließlich gelesen. Und dies will der Pospiech Hans nun filmisch herausfiltern. In und mit diesem lächerlichen, erbärmlichen Umfeld.

Angepeilt war: Eine originelle Milieu-Posse. Mit viel satirischem Geschmack. Ergebnis: Fassungslosigkeit. Grottig. Ob der nur behaupteten Pointen. Und wegen diesem fürchterlich lahmenden Sarkasmus. Und diesen völlig langweilenden faden Typen. Und einem Gerhard Polt, der sich hier überhaupt nicht wieder findet. Sondern als idiotischer Hanswurst fürchterlich auf den Keks geht. Wie noch nie. Nirgends. Was soll das, Polt, Gerhard? Ich muss an Deinen Sketch denken, DER mit dem Gedanken, der sich einfach nicht einfinden will. Aber dringend gebraucht wird. Für eine Rede. Für diesen Film fanden sich offensichtlich aber auch gar keine – zumindest frech und pfiffig funktionierende – Gedanken. Sondern nur geistiger …, na ja, lassen wir das.

Ich komme viel lieber wieder zu Deinem nächsten Bühnenauftritt in Berlin, da kommt wenigstens immer Freude auf. Im Kopf wie im Bauch. Anders als in und bei dieser groben Verneinung von gutem Kino (= 1 PÖNI; für Dich Gerhard Polt).