SUPERMAN RETURNS

SUPERMAN RETURNS“ von Bryan Singer (USA 2006; 154 Minuten; Start D: 17.08.2006); einem in New York aufgewachsenen Adoptivkind vom Jahrgang ´65, der nach dem Filmstudium in L.A. gleich mit seinem Spielfilm-Erstling, „Public Access“ (= bei uns nicht gelaufen) auf dem Sundance Festival von 1993 den „Großen Jury-Preis“ gewann. Zwei Jahre später wurde er bereits durch seinen außergewöhnlichen Mystery-Thriller „Die üblichen Verdächtigen“ (= Nebendarsteller-„Oscar“ für Kevin Spacey) international bekannt. Mit den beiden Blockbuster-Movies „X-Men“ (2000) sowie „X-Men 2“ (2003) mutierte er zum Fachmann für Comic-Adaptionen.

Nun also – wieder einmal – SUPERMAN: 1933 erfunden von den Groschenheft-Autoren JEROME SIEGEL (Text) und JOSEPH SHUSTER (Illustration/beide 1914 geboren). Im Sommer 1938 erschien dann in den USA das erste „Action Comics“-Heft mit Superman. Bereits mit dem 4. Heft erreichte „Action Comics“ eine Auflage von einer halben Million Exemplaren (= doppelt so viele wie vergleichbare andere Hefte), die PULP-Industrie startete durch. Im Januar 1939 folgte ein Superman-Zeitungsstrip, der in 230 Zeitungen erschien; im Sommer 1939 bekam Superman seine eigene Heftserie, die schon bald eine Auflage von 1,25 Millionen hatte. Ab 1940 gab es eine Radiosendung, 1941 lief der erste von insgesamt 17 Zeichentrickfilmen mit der blau-roten Ikone im Kino. Romane folgten, und ab 1948 dann sogar eine eigene TV-Serie. SUPERMAN entwickelte sich/zählte fortan zum dauerhaften amerikanischen „Familienprogramm“. Ein Held, der zwar am Anfang noch gar nicht fliegen konnte (= größere Entfernungen überwand er durch einen riesigen Sprung) und auch noch nicht unverwundbar war (= er besaß „lediglich“ eine besonders widerstandsfähige Haut), doch dann durch immer phantastischere Bedrohungen schließlich zum gigantischen Superhelden mit unermesslichen Kräften mutierte.

Hollywood „übernahm“ ihn – in Co-Produktionen mit GB – zwischen 1978 und 1986 in 4 mehr oder weniger überzeugenden Großfilmen: „Superman“ von Richard Donner / „Superman II – Allein gegen alle“ von Richard Lester / „Superman III“ von Richard Lester / Superman IV – Die Welt am Abgrund“ von Sidney J. Furie. In allen diesen Filmen spielte (der inzwischen verstorbene) CHRISTOPHER REEVE den herum sausenden Luft-Polizisten. 1994 erreichte uns, auf Video, der Pilotfilm zu einer neuen US-Fernsehserie: „Lois & Clark – Supermans Rückkehr“ von Robert Butler; mit Dean Cain (Clark Kent/Superman) und Teri Hatcher (Lois Lane). Jetzt also das Remake/die Neu-Inszenierung, für sagenhafte 260 Mio. Dollar (= allein die Entwicklungsphase verschlang rd. 40 Mio. Dollar), wobei das meiste Budget-Geld natürlich für die (über-)vielen Spezialeffekte (= 1.400 Digitalefekte) verbraucht wurde. Das heißt: TECHNIK ESSEN SEELE AUF.

Die Story passt „auf einen Bierdeckel“: Nach 5jähriger Abwesenheit taucht Superman wieder im Großstadt-Moloch Metropolis auf. Wo die Kriminalitätsrate schlimm gestiegen ist, es also wieder viel „Arbeit“ für ihn gibt. Und so stemmt der kosmische Obdachlose/der globale Schutzengel wieder absturzbereite Flugzeuge und bringt sie sicher zur Landung; rettet herunterstürzende Menschen aus brennenden Häusern, sorgt für glimpflich verlaufende Verkehrsunfälle, rettet natürlich Metropolis vor dem Untergang. Seine Liebe gehört natürlich weiterhin der Star-Reporterin Lois Lane bei der Zeitung „Saily Planet“, wo er seinen alten Arbeitsplatz einnimmt, doch die hat inzwischen nicht nur den Super- Helden gänzlich aufgegeben, sondern auch einen kleinen Sohn samt sympathischen Lebensgefährten an ihrer Seite. Zudem hat sie gerade einen Artikel mit dem Titel „Warum die Welt auch ohne Superman auskommt“ geschrieben und dafür den Pulitzer-Preis bekommen.

„Resignierend“ übernimmt er also wieder die Rolle des „Retters der Nation“, zumal sich auch sein alter Gegner, der Super-Bösewicht Lex Luthor, wieder daranmacht, die Weltherrschaft zu übernehmen. Der diabolische Glatzkopf, mit seinem skurrilen Begleitpersonal und der grotesken großen Yacht, will mit Hilfe der Kristall-Technologie aus Supermans Geheimversteck eine riesige neue Landmasse im Atlantik erzeugen, die dann ganz Nordamerika verdrängen soll. Superman hat es also nun mit einem „ebenbürtigen Gegner“ zu tun, der ihn so in Notlage bringt, dass er selbst Hilfe benötigt und sich retten lassen muss. Das ist routiniert erzählt, gigantisch-effektvoll in Szene/Motiven gesetzt und musikalisch bekannt-orchestral-lauthals- dauer-schreiend, aber auch ebenso lieblos wie nur-kalt und seelenlos in der Wirkung. Mit der „üblichen“ Spannung: Lange Zeit dominiert der/das Böse, dann aber….

Eine völlige Fehlbesetzung ist der 1,90 Meter-Hüne/der 26jährige Neuling BRANDON ROUTH. Der wenig bekannte US-Fernsehschauspieler mimt brav/bieder/statisch/langweilig; trifft sowohl als linkischer, schüchterner Außenseiter Clark Kent wie dann auch als Supermann im Strampelanzug nie einen spannenden/überzeugenden/glaubwürdigen Ton; ist weder charismatisch noch „irgendwie“ interessant (tritt wie jemand auf, der vorher im Hundesalon gefegt hat). Es fehlen jedwede Schlagfertigkeit, jedweder Humor, alles Draufgängerische oder Doppelbödige. Zudem stellt sich die Love-Story mit Lois als Behauptung heraus, zwischen den Beiden FUNKT es nie. Auch: Weil KATE BOSWORTH auch eine Zumutung ist: Ein biederes, nettes Muttchen-Mädchen als Star-Journalistin, die dann zur energiegeladenen Abenteuer-Furie wird…, lächerlich. Außerdem wirkt es albern-dämlich, dass Sie Ihn im Büro, mit Brille, NICHT erkennen soll. Eine simple, charmlose Verkleidungsarie mit Doof-Appeal.

Da hat natürlich „Oscar“-Hero KEVIN SPACEY als opernliebender Mega-Schurke Lex Luthor leichtes Spiel. Er dominiert locker- grinsend in/mit seinen Part, hatte offensichtlich einigen Spaß an dieser Karikatur von Feind/Welteroberer. Also: Die teure Chose funktioniert kaum, ist nur technisch beeindruckend wie ermüdend, und am Ende wird es dann sogar pathetisch- religiös: Wenn der Superheld christusgleich-„auferstehend“, mit ausgestreckten Armen, in den Himmel düst. Von donnerndem Sound mächtig begleitet. Mit einer Fortsetzung-folgt-Androhung, denn da existiert ja bereits sein Sohn…..(2 ½ PÖNIs).