Strajk – Die Helden von Danzig Kritik

STRAJK – DIE HELDIN VON DANZIG“ von Volker Schlöndorff (D/Polen 2006; 104 Minuten; Start D: 08.03.2007); der heute bald 68jährige „Oscar“-Preisträger („Die Blechtrommel“/1980), einst mit Filmen wie „Der junge Törless“ (1966), „Die verlorene Ehre der Katharina Blum“ (1975) und „Tod eines Handlungsreisenden“ (1985) sowie „Ein Aufstand alter Männer“ (1987) cineastisches Aushängeschild im Land, hat in den letzten Film-Jahren stark nachgelassen. Hat saft-, kraft- und spannungslose Movies wie den lächerlichen USA-Krimi „Palmetto – Dumme sterben nicht aus“ (1998) oder die DDR-RAF-Schmonzette „Die Stille nach dem Schuss“ (2000) gedreht. Der Film „Der neunte Tag“ schließlich, von 2004, über das Zusammenwirken von Nazi-Schergen mit Kirchen-Oberen, besitzt starke Gedanken, aber wenig filmischen Nachhall.

Hier nun versucht sich Schlöndorff an „polnischer Polit-Historie“: Am Porträt einer „einfachen Frau“, der kleinwüchsigen, aber aufrührerischen Stahlarbeiterin/Kranführerin Agnieszka alias Anna Walentynowicz von der Danziger Lenin-Werft. Eine alleinerziehende Fast-Analphabetin, die durch ihre kämpferische Art/ihren Gerechtigkeits-Charakter einst, an der Seite von Arbeiterführer Lech Walesa, zum Symbol für den politischen Umschwung in Polen wurde.

Schlöndorff und seine Drehbuch-Autoren Andreas Pflüger und Sylke Rene Meyer erzählen dies wie durch ein historisches Brennglas: Immer tief „Zeitgeschichte“ ausatmend, dabei aber nie richtig „wirkungsvoll“/überzeugend. Eine nette, kesse, pfiffige Proletarierin, die dürftigen Lebensumstände und Gegebenheiten, vermischt mit historischem Filmmaterial, INSGESAMT aber keine große emotionale wie atmosphärische Nähe/Bindung an Figuren, an Geschichte + Geschichten; man nimmt dies „zur Kenntnis“, ohne dass es einen auch nur irgendwie tiefergehend „trifft“/berührt oder dass es gar heftig/bedeutungsvoll nachwirkt. Besitzt den wenig unterhaltsamen „Aufklärungs“-Charme eines „braven“, bemühten öffentlich-rechtlichen 20.15 Uhr-TV-Filmchens.

Bewunderung allerdings für die mit viel „Herz und Schnauze“ auftrumpfende, gerade 53 Jahre alt gewordene KATHARINA THALBACH als couragierte, starke Persönlichkeit; zwischen Bonzen und Seele sich aufreibend. Schade: Auch der neueste „Bildungsfilm“ von Volker Schlöndorff erstickt im (leider beliebigen) Mittelmaß zwischen Anspruch und Wirkung (= 2 1/2 PÖNIs).