STIEFBRÜDER

„STIEFBRÜDER“ von Adam McKay (Co-B+R; USA 2007; Co-B: Will Ferrell; K: Oliver Wood; M: Jon Brion; 98 Minuten; deutscher Kino-Start: 11.09.2008); einem Komiker, der sowohl als Autor (z.B. beim TV-Anarcho-Comedy-Show-Klassiker “Saturday Night Live“) wie auch als Spielfilm- Regisseur (“Ricky Bobby – König der Rennfahrer“/2006) für witzige Unterhaltungsmomente sorgte. Oftmals gemeinsam mit seinem Komiker-Kumpel WILL FERRELL, der hier auch am Drehbuch mitschrieb und eine der beiden Hauptrollen spielt.

Der 41-jährige Kalifornier Ferrell hat sich mit teilweise herrlichen Blödsinn-Typen in Filmen wie “Die Hochzeits-Crasher“, “The Producers“ (beide 2005) sowie in “Ricky Bobby – König der Rennfahrer“ (2006) und “Die Eisprinzen“ (2007) auch bei uns eine amüsierte Fan-Gemeinde geschaffen. Zudem überzeugte er auch als ausdrucksstarker Charakter-Mime in “Melinda und Melinda“ von Woody Allen (2004) und in “Schräger als Fiktion“ (2006). Gegenwärtig zählt Ferrell jedenfalls zu den am besten verdienenden Hollywood-Akteuren und rangiert mit 31 Millionen Dollar-Gage pro Film auf Platz neun der hollywood`schen Honorar-Skala (hinter u.a. Will Smith, Johnny Depp, Leonardo DiCaprio und Bruce Willis). Sein komischer Kauz-Partner-hier ist der 42-jährige Chicagoer JOHN C. REILLY, und auch DEN haben wir als grandiosen Nebendarsteller in Filmen wie “Chicago“ (2002/“Oscar“-Nominierung), “Aviator“ (2004) sowie neulich als fulminanter Titelheld in “Walk Hard: The Dewey Cox Story“ kennen- und schätzen gelernt. Beiden möchte man allerdings bei diesem debilen Quatsch-Werk zurufen: Ach nö!

Dabei wird in “Stiefbrüder“ ein offensichtlich weltweit-aktuelles, gesellschaftliches, besser familiäres Thema angesprochen: Die Kinder bleiben immer länger Zuhause, im “Hotel Mama“ oder kehren resignierend-gerne wieder in den häuslichen Schoß und Schutz zurück. Hier nun geben die Beiden die hoffnungslosen Nesthocker Brennan Huff und Dale Doback. Zwar sind sie schon um die 40, doch immer noch keineswegs gewillt, auf eigenen Füßen zu stehen. Stattdessen leben sie noch im Hause ihrer Mutter bzw. des Vaters, lassen sich die Wäsche bügeln und ständig bekochen. Warum bzw. was-genau in ihrer Sozialisierung schiefgelaufen ist, erklärt der Film allerdings nicht: Es ist halt so, behauptet er einfach. Und schlicht. Als sich aber ihre jeweiligen Elternteile kennen- und lieben lernen, steht ihre jeweilige, bislang so heile, bequeme Familien-Welt plötzlich auf dem Kopf. Denn nun leben alle unter einem Dach, und die verwöhnten Alters-Gören belauern sich fortan höchst pubertär-eifersüchtig. Von ihren Eltern nun auch noch zur Jobsuche verdonnert, bedeutet dies künftig ein Katastrophen-Szenario. Allerdings: kein komisches, sondern ein nur-verquatschtes.

Von den 98 Filmminuten werden bestimmt über 90 nur geredet. Dabei werden billige Zoten ebenso benutzt wie abgeschmackte Gags bildlich verwandt. Wer immer schon mal einen Hodensack in Großaufnahme auf einem Schlagzeug “geparkt“ sehen möchte oder jemandem beim Verspeisen von Hundekot erleben will, hat hier sein Vergnügen. Motto: Infantilen Dummbazis beim Herumtun zuzuschauen bzw. vor allem zuzuhören, das erweist sich als höchstgradig doof, unappetitlich, langweilig, aufdringlich. Hier werden keine Tabus entwickelt oder gebrochen, sondern nur peinliche Albereien durchgereicht.

Ein reinweg nur blöder Komödien-Film; mit viel Na-und bzw. Was soll`s-Achselzucken; keine lustige Unterhaltung möglich (= 2 PÖNIs).