STANDER

STANDER“ von Bronwen Hughes (Südafrika/GB/Kanada/D 2003; 116 Minuten; DVD-Veröffentlichung: 24.04.2006); einem bei uns völlig unbekannten Regisseur.

Seine Geschichte basiert auf wahren Motiven: Im Johannisburg von 1976 wechselt der hochrangige weiße Polizist André Stander (im Range eines Captain) die Seiten. Nachdem er bei Unruhen im schwarzen Stadtteil Soweto einen Menschen erschossen hat, ist er traumatisiert/deprimiert; will er fortan bei/mit diesem System nicht mehr „mitmachen“. Wird zum Bankräuber. Der sehr „erfolgreich“ ist und sich schnell im Land/beim Volk „einen Namen“ macht, weil er weiß, wie seine Ex-Kollegen vorgehen und seine Beute auch an Bedürftige weitergibt. Sozusagen: Ein moderner „Robin Hood“. Zwar wird er schließlich gefasst, doch kann er auch wieder fliehen und sorgt fortan mit einer kleinen (3 Mann-)Räuber-Gang für ständiges Aufsehen im Land/für Unruhe unter den Herrschenden.

Spannende Mixtur aus Politfilm, Krimi und Gesellschaftsdrama, in dem THOMAS JANE („The Punisher“/2004; davor Nebenparts z.B. in „Magnolia“/1999 und „Boogie Nights“/1997) souverän die Figur eines zerrissenen weißen Südafrikaners darstellt, der sich „mit den verordneten Gegebenheiten“ nicht abfinden will, die „Bequemlichkeiten“ ablegt und „auf seine Weise“ rebelliert/zum Rebellen wird.

Dabei, und ganz wichtig: Ohne Fingerzeig, ohne (politische) „Fahne“, ohne ein aufdringliches „Ausrufungszeichen“, sondern als kluger, spannender, nachdenklicher UNTERHALTUNGSFILM. Mit, wie gesagt, dem bemerkenswerten Blick auf eine Region, die jetzt „soweit ist“, sich – auch filmisch – ihrer düsteren Vergangenheit zu stellen. Und dafür, ganz offensichtlich, die richtigen/wichtigen/seriösen Mittel und (Film-)Leute besitzt. Sehr empfehlenswert.

Anbieter: „WHV“ / „Warner Home Video Germany“