Society Kinokritik

SOCIETY“ von Brian Yuzna (USA 1988; 99 Minuten; Start D: 01.01.1989);

Im Film “Society“ wird nicht lange gefackelt. Ohne Vorwarnung findet sich der Zuschauer in einer klassischen Horrorszene: Schlechtbeleuchtete Räumlichkeiten, ein schweißgebadetes Gesicht in Großaufnahme, wehende Gardinen, ein langes, blitzendes Küchenmesser, im Hintergrund: höhnendes Gelächter und Herztöne. So könnte ein Film enden. Bei Brian Yuzna fängt der Film so an. Doch nachdem der Regisseur gleich in der Anfangssequenz sein Talent und Gespür für Horroreffekte vorgeführt hat, folgen im Verlauf nur noch Enttäuschungen.

Im Mittelpunkt des Filmes “Society“ steht der ca. 16jährige Bill Whitney. Er ist Sohn überaus reicher Eltern, von denen er sich abgestoßen fühlt. Er spürt, dass von diesen Menschen Gefahr ausgeht. Aber er hat nicht nur vor seinen Eltern Angst, sondern auch vor seinem Psychiater, den Mitschülern, seiner Schwester; eigentlich vor allein und jedem. Er merkt, dass ihn all diese Leute auf abartige Weise lynchen wollen.
Und Bill soll recht behalten, denn im 2.Teil des Filmes zeigen sich all seine Ängste als begründet. Alle sind gegen ihn, seine Eltern sind perverse menschenmisshandelnde Monster-Mitglieder einer Gesellschaft, die nach Sex und Schleim giert.

Und an dieser Stelle kommt der Regisseur voll auf seine Kosten: er schmeißt mit Special Effects, makabrem Humor und Trash-Elementen wild um sich.
Da gucken Augen aus einem Po, da wachsen Hände aus einem Mund, da saugen Menschen andere Menschen auf, bis nur noch ein Haufen schleimiger Würmer übrigbleiben.

Die platte Moral der Geschichte: Alle Welt prostituiert sich, alle Welt ist intrigant und sexuell pervers. Und: Die Reichen saugen die Armen aus (= 1 PÖNI).