SET ME FREE – KONZERT FÜR BERLIN

Nur Tage nach dem deutsch-deutschen Mauer-Durchbruch am 9. November 1989 fand in der Deutschlandhalle ein ‚Konzert für Berlin‘ statt. Mit prominenten Akteuren wie Nina Hagen, Joe Cocker, Udo Lindenberg, Silly oder Die Toten Hosen. Dieses Konzert, vom SFB initiiert, wurde mitgeschnitten und bildet jetzt den Höhepunkt des Films „SET ME FREE – KONZERT FÜR BERLIN“ von Holger Senft (B + R; D 1989; 80 Minuten; Start D: 15.03.1990).

80 Minuten der Blick auf die Bühnen-Akteure, auf die Masse davor, auf die bekannten Bilder der ersten persönlichen Annäherungen zwischen West und Ost. Leider aber keine Hintergrund-Facts dazu, wie es zu diesem Konzert kam und was die Beteiligten dazu sagten und dabei empfanden, Wenig über das ‚Fieber‘ in diesen historischen Berlin-Stunden, kaum die tatsächliche Atmosphäre jener Tage. Stattdessen wie gehabt, Auftritte, Songs, zwischendurch Verbrüderungsszenen, dann auch einige Silvesterbilder am Brandenburger Tor, natürlich nur die „schönen“, und immer wieder nur die paar Künstler. Unscharf die Bilder, und anstatt des angekündigten Dolby-Stereo-Sounds nur zahmes Mono. Und dann, e i n m a l, kribbelt es, wird man neugierig und gepackt im Parkett. Der Grund: Melissa Etheridge, eine Sängerin mit Ritchie-Havens-Feuer und viel Temperament. Eine Entdeckung, jedenfalls für mich.

Das war’s dann aber auch. Ein Film für den Schnell-Durchlauf (= 2 PÖNIs).