Serena Kritik

SERENA“ von Susanne Bier (USA/Fr 2012; B: Christopher Kyle, nach dem gleichnamigen Roman von Ron Rash; K: Morton Soborg; M: Johan Söderquist; 109 Minuten; Start D: 18.12.2014); denke mal, dass uns dieser Streifen im Kino erspart geblieben wäre, wenn SIE nicht derzeit voll angesagt wäre: Die 24jährige JENNIFER LAWRENCE, die in den wirtschaftlich erfolgreichen „Panem“-Filmen als Katniss Everdeen angesagt ist. Dass Jennifer Lawrence aber „weit mehr kann“, bewies sie mit hervorragenden Charakter-Auftritten in „Winter’s Bone“ (2010), „Silver Linings“ (2012/“Oscar“ als „Beste Hauptdarstellerin“) und zuletzt in „American Hustle“ (2013).

Hier müht sie sich mit ihrem Promi-Partner aus „Silver Linings“, BRADLEY COOPER („Hangover“), der ja auch in „American Hustle“ mitmischte, vergeblich um plausible Geschehnisse und Spannung ab. Beide spielen ein Paar, das sich im waldreichen South Carolina von 1929 zusammentut, um mit Holz gute Geschäfte zu machen, und sich dabei in private Scharmützel verheddert. Dabei sorgt die schöne junge blonde Frau, die von ihrem Gatten George als gleichberechtigte Partnerin, sprich mitsagende Geschäfts- und Befehlsfrau, eingeführt wird, für reichliche Irrungen und Wirrungen. Und Stress. Von wegen Liebe, Lust, Neid und Eifersucht. Mal ist er irritiert, ob ihrer Begehrlichkeit und dann wegen der zunehmenden wirtschaftlichen Probleme und deren schlimme Folgen, dann vor allem Serena. Weil sie eine Fehlgeburt hatte, keine Kinder mehr bekommen kann und mitkriegt, dass er ein uneheliches Kind hat, dessen Mutter er unterstützt. Fortan ist sie die volle Kanne eifersüchtige Furie. Die ihn voll zu vereinnahmen gedenkt. Mit allen und auch mörderischen Mitteln.

Ach Gottchen, was für ein plumpes Zeugs. Mit vielen Spuren aufwartend, aber nie eine richtig verfolgend. Häppchen hier, Kurzfieber dort. Unwahrscheinlichkeiten zuhauf. Als plattes Marionetten-Spiel. Von zwei Stars, die hierhin überhaupt nicht hingehören; in ihre Rollen null passen. ER, Bradley Cooper, zeigt sich viel zu glatt und ohne Konturen; SIE, Jennifer Lawrence, zur Drehzeit 22, viel zu durchschaubar. Ohne Geheimnisse. Lächerlich offen.

Der Film „Serena“: Ausgestattet im Kostüm-Protz, mit Romantik-Getue, einigen Umwelt-Krimi-Betonungen und langatmigen Eifersuchts-Riten. Und matten Spannungsbemühungen. Hantierend in Beliebigkeit-Langeweile.

Fazit: Ein Doof-Streifen. Der auf der großen Leinwand völlig deplatziert wirkt (= 1 PÖNI).