Schwere Jungs Kritik

SCHWERE JUNGS“ von Marcus H. Rosenmüller (D 2006; 94 Minuten; Start D: 18.01.2007); 1973 in Tegernsee geboren, Absolvent der Münchner Filmhochschule und gleich mit seinem „oberbayerischen“ Debüt-Spielfilm für Kino-Furore sorgend: „WER FRÜHER STIRBT IST LÄNGER TOT“ avancierte zu d e m Lieblingsfilmen der Saison und hat inzwischen bereits mehr als 1,3 Millionen Besucher. Sein 2. Spielfilm könnte auch „Das Wunder von Oslo“ heißen und basiert – ebenso wie „Das Wunder von Bern“ (= Fußball-WM-Sieg von 1954) – auf einem authentischen wie erfolgreichen deutschen Sport-Ereignis: Dem 1952 nie für möglich gehaltenen Vierer-Bob-Olympia-Sieg. Doch bevor es „soweit“ ist, müssen sich erst bayerische Dickschädel zusammenraufen. Denn die Chef-Protagonisten-hier kennen und verachten/hassen sich seit Jahren.

Bislang war immer der Dorfer (Nicholas Ofczarek) vorneweg und der Gamser (Sebastian Bezzel) ewiger Zweiter. Auf der Bob-Bahn wie im (Dorf-)Leben. Doch weil Deutschland für die bevorstehende Olympiade auch ein zweites Team melden darf, organisieren sich auch bzw. nochmal die bisherigen Verlierer. „Schwere Jungs“ ist einer der schönsten Heimatfilme seit langem: Lustig, aber nie blöde; deftig, aber nie verletzend; draufgängerisch, aber nie überzeichnend. Genau die überzeugende Gefühls-Balance haltend zwischen Glaubwürdigkeit und Augenzwinkern. Mit herrlicher Situationskomik, kernigen Pointen, wunderbar-schrägen Typen. Dabei ebenso locker-flockig wie völlig angenehm-unaufgeregt. RICHTIG SCHÖN wie ERSTAUNLICH COOL, halt, die Pointen klasse-setzend. SAUKOMISCH, wirklich.

Ein durchweg stimmungsvoller, prächtig unterhaltender Ensemblefilm, in dem selbst Stars wie HORST KRAUSE („Schultze get´s the blues“) und BASTIAN PASTEWKA („Der Wixxer“) sich nicht für „auf den vortrefflich-komischen Punkt“ gebrachte Nebenrollenfiguren zu schade sind. „Schwere Jungs“ ist ein KÖSTLICHES Leinwand-Vergnügen! (= 4 PÖNIs).