SCHWEINEGELD – EIN MÄRCHEN DER GEBRÜDER NIMM

SCHWEINEGELD – EIN MÄRCHEN DER GEBRÜDER NIMM“ von Norbert Kückelmann (D 1989; 91 Minuten; Start D: 29.06.1989); ein Filmtitel als Auftrag und Versprechen. Aber was wurde draus?: Ein typisch deutscher Gremien- und Förderungsfilm!

Von jeglicher Brisanz: und Schärfe entbunden, harmlos wie abgestandener Kakao, dumm und blöd in Story und Machart. Dabei geht es um Korruption. Korruption in bundesdeutschen Industrie- und Parteizentren. Die tatsächlichen Hintergründe, der Skandal, die Folgen, alles ist bekannt, nur den Filmleuten offenbar nicht. Die wollen nämlich nicht aufarbeiten, attackieren, sondern – ausgerechnet hier – komisch sein. Und das klappt hierzulande bekanntlich fast nie. Es geht um viele und vieles. Zunächst einmal um den kleinen Steuerfahnder, Herrn Liebkind. Der ist nett, aber eben auch Beamter, halt doof. Der ist schnell reinzulegen und zu erschrecken. Aber ein bisschen Beharrlichkeit besitzt er doch, deshalb geht der Film ja auch weiter. Und wendet sich, es soll ja komisch werden, auch anderen zu. Dem Clochard Maxwell zum Beispiel. Ein Penner mit Niveau und Köpfchen. Der sich und anderen zu helfen weiß, wenn die Not am größten ist. Und Harry taucht auf. Ein stets blanker und ziemlich behämmerter Filmproduzent ohne Film. Auch eine Wally gibt‘s.

Die sieht niedlich aus, hat irgendwas am Theater zu tun und mag Herrn Liebkind. Der ist nämlich auch ihr Hausnachbar und braucht andauernd Aspirin. Von wegen der vielen Kopfarbeit. Irgendwie, irgendwo läuft man sich andauernd über den Weg. Und kreuzt dabei, natürlich rein zufällig, jene hohen: Herren, die so gerne und häufig mit Geldtaschen und Spendenlisten hantieren. Verwechslung hier, großes Gerede dort, jeder wundert sich über jeden und versteht nur noch Bahnhof. Wie der genervte Zuseher auch. Ein langweiliger, ein dürftiger, ein schlampiger Film. Mit so einem Reizthema. „Die da oben“ werden von „denen da unten“ gekitzelt. Aber so hilflos und blödsinnig, dass Kopfschütteln anstatt Atufmerksamkeit angesagt ist.

Norbert Kückelmann, ein Münchner Rechtsanwalt, macht hin und wieder Filme. Mit „Die Sachverständigen“, „Die letzten Jahre der Kindheit“ und „Morgen in Alabama“ hat er sich einen Namen gemacht. Den ruiniert er hier. „Schweinegeld“ lahmt, ist furchtbar umständlich und hilflos erzählt. Ist dilettantisch inszeniert und geschnitten, und so gute Schauspieler wie Armin Mueller-Stahl, Rolf Zacher, Hans-Michael Rehberg oder Alfred Edel können einem nur leid tun. Die müssen nur Papier reden und immer so tun, als ob. Nichts von Ironie, Charme, Seele. Bei solch einem Thema! Es ist zum Heulen.

„Schweinegeld“, eine deutsche Festival-Komödie, die sofort in den Abfalleimer gehört (= 1 PÖNI).