Schubert in Love Kritik

SCHUBERT IN LOVE“ von Lars Büchel (D 2016; B: Olaf Schubert, Stephan Ludwig; K: Jana Marsik; M: Olaf und seine Freunde; 94 Minuten; Start D: 08.12.2016);

Hallo Michael Haubold, hallo lieber geschätzter Olaf Schubert, ich sehe Sie zu gerne in der „Heute Show“. Schätze dort ihre durchtriebenen, originellen, witzigen Bonmots & Pointen. Ihre Auftritte sind dort jedes Mal ein ironisch-cleverer Polit-Lach-Volltreffer.

Ich habe Sie in der MDR-TV-Reihe „Olaf verbessert die Welt!“ gesehen; dies war eigentlich nicht auszuhalten; fast nur unkomischer Dünn-Pfiff.

Jetzt verunglimpfen Sie bedauerlicherweise die Kino-Leinwände. Mit ihrem ersten Spielfilm.

Der an langweiliger Dämlichkeit kaum noch zu überbieten ist. Unfassbar. „So etwas“ von Ohne-Verstand und mit-ohne jeglichen Kopf-Humor hätte ich nie von Ihnen für möglich gehalten. Ihr Film ist Ironie-freier Irrsinn.

Ich bin tief-traurig. Beinahe deprimiert. Und reichlich empört.

HERZlich, mit entsetzten Grüßen: Ihr Hans-Ulrich PÖNI Pönack

Olaf Schubert spielt Olaf. Einen dauer-pubertären und offensichtlich a-sexuellen Pullunder-Vollidioten. Olaf ist der letzte Spross der bekannten Schubert-Dynastie. „Olaf versucht, seine Visionen zu verwirklichen und gerät dabei immer wieder in Konflikt mit so ziemlich allen“, steht im Presseheft. Olaf hat nichts, will aber ein Musical mit dem Titel „Der letzte Löffel“ herausbringen, „das den Hunger in der Welt anprangert“. Nicht nur seine Musiker sind verzweifelt. Außerdem ist Olaf als Psychologe beim städtischen Sozialzentrum in Dresden tätig. Gut, wir befinden uns in Sachsen, da glaube ich das mal, dass ein solch ein Selbst-Bekloppter, Egomane, Hirni dort DAS machen darf.

Olaf hat einen reichen Papa (unglaublich: MARIO ADORF, war sich nicht zu schade…). Der ist verzweifelt wie dominant. Fordert von seinem behämmerten Sohn Nachwuchs. Von wegen Fortführung der berühmten Ahnen-Reihe. Nichtsnutz Olaf begibt sich auf die Suche nach Objekt-Frau für Sex. Findet Pamela. „Beginnt“ mit Verkehr. Behält dabei natürlich den Pullunder an. Denkt danach, dass nun Kind fällig ist. Dass sie Verhütungsmittel nimmt, kommt ihm natürlich nicht in den Sinn. Hört sich vielleicht irgendwie alles beschreibungs-ulkig an, ist es aber überhaupt nicht: Diese dauer-verkrampfte, lach-lose Schubert’sche Nummernrevue-Scheiße. Als komplettes Fremdschämen-Programm. „Sorgt für Herzkammer-erschütternde Lachsalven“, lügt das Presseheft. Über diesen kaputten Klamauk des seinen guten Namen enorm schädigenden Comedian-Kasper Olaf Schubert.

Der dies konsequent durchzieht: 1:1 als Verklemmter; 1:1 nur unangenehm; 1:1 ständig peinlich; 1:1 immer nur der Blöde. Mit 1:1 Komik-Kacke. Irgendwann gibt es einen Gag von Mario Adorf, habe aber dessen Pointe gleich wieder vergessen, weil sein plumper Film-Spießersohn-Sprössling von 40 plus sich schnell wieder dazwischen- = aufdrängt. Mit diesem schwachen Sinn. Und diesem kreuzlangweiligen Shit-Humor. Eines kranken Schubert-Narren.

Übrigens: Am (Happy-)Ende wird noch ein Olaf-Liedchen geträllert und fertig ist das saure Doof- & Dumm-Gebräu.

„Schubert in Love“ ist ein Unterhaltungsdesaster (= ½ PÖNI; für Mario Adorf).

P.S.: Regisseur LARS BÜCHEL ist seit 2010 auch Professor für Spielfilm-Regie an der Kunsthochschule für Medien in Köln.