SCHACHMATT – SPIEL OHNE AUSWEG

Von IHM habe ich bislang keine Film-Kenntnis genommen. Was nicht verwundert, schuf er doch Streifen wie „Gnome Alone – Gartenzwerge des Grauens“, „The Good, the Bad and the Dead“ oder „Beyond Justice“. Jetzt aber hat der 32jährige amerikanische Schnell- und Billig-Filmer TIMOTHY WOODWARD Jr. wieder zugeschlagen, und ich bin neugierig geworden. Einerseits durch die Story, andererseits, dass einer der Hauptparts von DANNY GLOVER gespielt wird, der seit seinen Auftritten als Sergeant Roger Murtaugh und als Partner von Mel Gibson in den vier „Lethal Weapon“-Movies (von 1987 bis 1998) seinen festen Platz in der besseren Genrefilm-Geschichte innehat;

SCHACHMATT – SPIEL OHNE AUSWEG“ von Timothy Woodward Jr. (Co-Produzent + R; USA 2014; B: Henry Mitchele, Calvin Cox, Jennifer Lynch; K: Jonathan Mariande; M: Sid De La Cruz; 92 Minuten; Heimkino-Veröffentlichung: 02.06.2016).

Geld. Das Übliche. Sie wollen es. Ein Bank-Überfall wird initiiert. Alles wie gehabt. Die Typen, die „das Ding“ planen, erweisen sich als eher mittel-dusslig begabt. Einer ist der Grobian, sein Bruder ist labil, hat Schiss und macht trotzdem mit. Der Gang-Rest: Die wilde Mischung. Dazu wird weiteres Personal vorgestellt, in Stellung gebracht. Menschen, die sich zum Zeitpunkt des Überfalls in dieser Bank aufhalten werden: Eine schwangere Frau; ein Vater, dessen Sohn erkrankt ist und dringend auf ein Herz zur Transplantation wartet; sich auffällig merkwürdig benehmendes Bank-Sicherheitspersonal. Das zieht sich so lala eine Weile hin, man wird schon unwirsch, dann steht plötzlich die Verbindung zu diesen beiden Herren, die sich immer mehr ins Bild setzen und in einem bedrohlich rot ausgestatteten Raum eines Hauses gegenübersitzen. Um eine Partie Schach zu spielen. Mit offensichtlich hohem Vertrags-Einsatz.

Doch immer, wenn der ganz in Weiß gekleidete ältere Herr (Danny Glover) oder sein ganz in brutalem Schwarz gekleideter Kontrahent (VINNIE JONES/“Snatch – Schweine und Diamanten“) einen Zug gemacht haben, „entwickelt“ sich das Geschehen in der Bank. Entweder gen „besser“, oder das Pendel schlägt in mörderische Aggressionen um. Bedeutet, „DIE“ in der Bank bewegen sich quasi „gelenkt“. Sind Marionetten dieser beiden Schach-Gegner. Ebenso sehen sich auch die Aktionen vor der Bank an. Wo die Polizei inzwischen Stellung bezogen hat und sich weitere Unholde dermaßen dilettantisch aufführen, dass man an „zufällige Aktionen“ gar nicht glauben kann.

Klar doch, hier duellieren sich Gott, mit einer attraktiven Schwert-Kämpferin im Schlepptau, und sein brutaler Herausforderer Satan, gleich mit mehreren „schweren“ Gangster-Jungs umgeben. Jeder Zug von ihnen beeinflusst das Überfall-Geschehen in der Bank. Aber: Da ist ja auch noch dieser Pfarrer auf dem Dach des Hauses gegenüber der Bank, der – gegen gutes Honorar – mit einem zielgerichteten Gewehr im Anschlag auf seinen Auftragseinsatz wartet. Samt „geeigneten“ Bibelsprüchen.

Verworren wie listig. Zeigt sich dieser neuerliche Schnellschuss dieses unbekannten Regisseurs (und Co-Produzenten) Timothy Woodward Jr., von dem wir einiges zu erwarten haben. Da bin ich mir sicher. Ein Roger Corman hat damals auch so schrecklich-interessant angefangen und wird heute hofiert.
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In diesem frechen B-Getümmel erblicken wir im Übrigen noch die Gesichter von immerhin MICHAEL PARÉ („Straßen in Flammen“), SEAN ASTIN („Cabin Fever“) und JOHNNY MESSNER („Tränen der Sonne“).

Filmischer Sommer-Radau mit unterhaltsamen Aspekten: „Schachmatt – Spiel ohne Ausweg“ passt in diese flotte Fußball-EM-Rasenkino- wie rüde Heimkino-Zeit.

Anbieter: „Tiberius Film“

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