SAVAGES

SAVAGES“ von Oliver Stone (Co-B+R; USA 2011; 131 Minuten; Start D: 11.10.2012); natürlich – ER gehört zu jenen Filmkünstlern, deren Werke IMMER interessant sind. Egal, wie sie dann „ausfallen“: OLIVER STONE; New Yorker des Jahrgangs 1946, dreifacher „Oscar“-Preisträger, hat oft gerne gewütet, provoziert („Natural Born Killers“). Zuletzt mit seinem Fortsetzungsstreich „Wall Street 2“ sowie davor mit der bedauerlicherweise weitgehend “unentdeckt“ gebliebenen George W. Bush-Attacke „W. – Ein missverstandenes Leben“ (2008). Hier nun adaptiert er den gleichnamigen Roman des populären New Yorker Krimi-Autoren DON WINSLOW („Die Auferstehung des Bobby Z.“, 2007 verfilmt als „Kill Bobby Z“) aus dem Jahr 2010, der 2011 hierzulande unter dem Titel „Zeit des Zorns“ herauskam. Das Drehbuch haben Oliver Stone, Don Winslow & Shane Salerno gemeinsam verfasst.

Thema: Im sonnigen Kalifornien, an schönster Landschaftsstelle, haben es sich die Kumpel-Schönlinge Ben und Chon, ihres Zeichens Buddhist und Ex-Spezi-Soldat mit schlimmer Irak-Erfahrung, gemütlich gemacht. Das können sie auch bzw. sich leisten, weil sie das „beste“, also wirkungsvollste Marihuana überhaupt herstellen und vertreiben. Zudem teilen sich die Beiden mit Ophelia (Blake Lively) auch ein tolles blondes Mädel. Es gibt reichlich Sex. Für alle. Und alle wären und alles wäre also auch in bester Stimmung, gäbe es da nicht ein gieriges mexikanisches Drogen-Kartell. DAS vom großen Geschäftskuchen eine Riesen- Dollar-Scheibe abhaben möchte. Da kann auch der füllige korrupte Cop aus der Nachbarschaft (JOHN TRAVOLTA) nur teilweise „schlichten“, es kommt natürlich wie es kommen muss – großes Karacho. Mit viel Gewalt und reichlich drastischen wie ekligen Blutmethoden.

Nix ist hier Stone-kontrovers. Vielmehr inszeniert der 65jährige Oliver Stone hier einen Thriller am Rande der Belanglosigkeit. Weil sich das Mitgefühl mit den beiden „guten Drogenmachern“ Ben & Chon in Grenzen hält. Von Sympathie ganz zu schweigen. AARON TAYLOR-JOHNSON (2009 der John Lennon in „Nowhere Boy“) und TAYLOR KITSCH (kürzlich als “John Carter – Zwischen zwei Welten” gefloppt) mimen denn auch zwei „harmlos“ aufgeregte Abenteurer. Währenddessen „die Gegenseite“ mit SALMA HAYEK („From Dusk Till Dawn“) als Kartell-Mutti und vor allem mit „Oscar“-Kerl BENICIO DEL TORO („Traffic – Macht des Kartells“) als die rechte Hand der Chefin weitaus attraktiver, sprich überzeugender besetzt ist. Vor allem Benicio del Torro ist als übler fiebriger Wüterich ein kurzer Volldampf-Genuss. Währenddessen John, der Travolta, irgendwie uninspiriert mitmischt, reichlich bauchlastig und mit inzwischen weniger Kopfhaar(en) durch die hitzige Szenerie schwabbelt und brabbelt. Die aber vorwiegend kalt lässt. Denn was lernen wir wieder – Schuster bleib’ bei deinen Leisten. Wenn du „groß“ mitmischen willst, um bequem(er) zu leben, musst du DAFÜR eben viele gefährliche, lebensbedrohliche Risiken auf dich nehmen. Und einiges einzustecken vermögen. Und sich vor allem vehement zu wehren verstehen. Mit Köpfchen UND Waffen. Bevor der Dauerstrand winkt.

Ach Oliver Stone, du warst auch schon mal witziger. Spannender. Raffinierter. Ein Quentin Tarantino hätte dies wohl SEHR viel „inspirierender“ gewerkelt (= 2 PÖNIs).