ROCCA VERÄNDERT DIE WELT

„ROCCA VERÄNDERT DIE WELT“ von Katja Benrath (D 2018; B: Hilly Martinek; K: Torsten Breuer; M: Annette Focks; 97 Minuten; deutscher Kino-Start: 14.03.2019); ich baue mir die Welt so wie sie mir gefällt, oder so ähnlich: Was einst die legendäre skandinavische Pippi Langstrumpf formulierte, übernimmt jetzt ebenso forsch wie unkonventionell: die clevere 11-jährige ROCCA (gespielt von LUNA MAXEINER) in Hamburg. Durch Umstände gezwungen – die Mutter starb bei ihrer Geburt; der Papa ist Astronaut auf der Internationalen Raumstation ISS, die Großmama befindet sich im Krankenhaus -, lebt der chaotische Wirbelwind alleine in einem großen Haus. Zusammen mit Eichhörnchen Klitschko. (Das Pendant zum Herrn Nilsson-Affen bei Pippi). Außerdem hat sie sich mit Kindern aus der Nachbarschaft angefreundet. Zugleich lässt sich Rocca nichts sagen. Weder von den Mobbern in der Schule noch vom autoritären Direktor. Und überhaupt – mit ihrer Art eckt sie in der Penne gut an; vermag aus einem Verbund von Zicken, Großmäulern und Außenseitern einen strammen Klassenverbund zusammen-zu-zimmern. Zudem hat Rocca einen neuen Freund gefunden in dem Obdachlosen Caspar (FAHRI YARDIM). Was soll da noch schief-laufen?

Bange machen gilt nicht. Beziehungsweise: „Sich Sorgen machen bringt keinem was“. Oder: „Ich bin berechtigt, mich selbst zu erziehen“. Rocca oder – ein Wirbelwind der guten Laune. Die den Schwächeren dieser Welt hilft und den Anderen Paroli bietet. Was für viel Temperament und Wortwitz sorgt. Auch durch Statisten-Promis wie Cordula Stratmann als (zutreffend) Frau Hartholz vom Jugendamt, Michael Maertens als schussliger Direx oder auch Barbara Sukowa, Detlev Buck und Mina Tander.

KATJA BENRATH, die 2017 für ihren Kurzfilm „Watu Wote – All of us“ Studenten-„Oscar“-nominiert war für den „Besten Kurzfilm“, hat ein munteres und Familienfilm-freundliches Spielfilm-Debüt geschaffen, während die Autorin Hilly Martinek den Vorlagespuren von Astrid Lindgrens Pippi augenzwinkernd folgt: Rocca ist ihre fröhlich-sympathische deutsche Heute-Schwester (= 3 1/2 PÖNIs).

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