Ratatouille

RATATOUILLE„von Brad Bird und Jan Pinkava(Co-B+R; USA 2007; 111 Minuten; Start D: 03.10.2007); ist der 8. abendfüllende Spielfilm aus dem Erfolgshaus der PIXAR ANIMATION STUDIOS. Gegründet 1979, als Teil der (George) Lucasfilm „Graphic Groups“, wurden inzwischen für Kurz- und Langfilme insgesamt 20 „Oscar“-Trophäen eingefahren. Das berühmte Logo des mittlerweile zum Disney-Konzern gehörenden Unternehmens ziert eine SCHREIBTISCHLAMPE, die ihren ersten Achtungserfolg 1986 in einem der ersten prämierten Kurzfilme von PIXAR hatte (in „Luxo Jr.“) und seitdem in jedem PIXAR-Filmvorspann „auftritt“. Übrigens: Der Name „PIXAR“ ist mutmaßlich ein Kunstwort aus der Computersprache und eine Kombination aus den Begriffen Pixel und Art. Die bisherigen PIXAR-Erfolgsfilme sind: „TOY STORY“ (1995/360 Mio. Dollar weltweit); „DAS GROSSE KRABBELN“ (1998); „TOY STORY 2“ (1999); „DIE MONSTER AG“ (2001); „FINDET NEMO“ (2003) = die ersten 5 Filme spielen zusammen weltweit rd. 2,5 Milliarden Dollar ein =; „DIE UNGLAUBLICHEN“ (2004); „CARS“ (2006).

In ihrem neuesten Spaß-Werk blicken die Pixars augenzwinkernd auf Frankreich/auf Paris. Hier lebt die kluge Ratte Remy. Die mitnichten, wie ihre stupide Umgebung, ein Müllfresser ist und sich ständig auf Abfall und Kompost stürzt, ganz im Gegenteil: Remy ist ein echter GOURMET. Mit perfektem GERUCHS- und GESCHMACKSSINN. Deshalb wurde sie ja auch von ihrer Sippe zum ständigen Erschnupperer von eventuellem Giftköder auserkoren. Doch Remy fühlt sich zu Höherem geboren, ist zum Beispiel begeisterter Fan der TV-Kochshow von Fünf-Sterne-Koch Auguste Gusteau, der leider aber inzwischen verstorben ist. Doch sein Motto – „JEDER KANN KOCHEN“ – nimmt der kleine Land-Nager gerne wörtlich. Und landet eines versehentlichen Tages (= Details unwichtig) in Gusteaus Pariser Feinschmeckerlokalität. Das jetzt vom cholerischen Nachfolger, Monsieur Skinner, mehr schlecht als recht geführt wird. Kein Wunder, will er doch das einstmals vielgelobte und hochgeachtete Feinschmecker-Restaurant so schnell wie möglich an eine Fast-Food-Kette verscherbeln. Doch dann läuft ihm dieser Linguini über den Küchen-Weg. Eigentlich ist DER nur irgendsoein Idiot von Küchenjungen. Doch dann erweist sich ausgerechnet dieser Naseweis als „neues Küchenwunder“: Sorgt mit seiner „zufälligen“ Creation von einer Suppe-superb für allgemeines Erstaunen/für Ent-/Verzücken. Dass dabei aber vor allem Remy seine virtuosen Talente eingebracht hat, bleibt natürlich allen-hier lange Zeit verborgen. Denn Linguini & Remy bilden fortan ein freundschaftlich-hektisch verbundenes Kumpel-Traumpaar an der Küchen- bzw. Herd-Front.

Der Begriff RATTENFRAß jedenfalls bekommt ab sofort eine ganz andere Bedeutung! Mehr soll nicht verraten werden. Nur noch so viel: Weitere Beteiligte sind u.a. die gar nicht auf den Mund gefallene, pfiffige wie attraktive Jung-Köchin Colette; ein ganz und gar eklig-galliger, äußerst gefürchteter Arroganz bolzen von Restaurant-Kritiker mit Namen Anton Gallo (Original: PETER O´TOOLE/Jürgen Thormann) sowie die Sippe von Remy, die es sich schon mal gerne wie lustvoll-mafiös in den heiligen Vorratskammern gutgehen lässt und die Wampen delikat-vollhaut. Was das hier ist/isst: HERRLICHSTE Figuren-/Typen-EXZENTRIK; KÖSTLICHE ANSPIELUNGEN auf den guten „französischen“ Ess-Geschmack; ORIGINELLSTE RATTEN-SLAPSTICK; eine spitzzüngige Verhohnepipelung auf gemeine Restaurant-Kritiker; und dann gibt es da noch den Herrn Beamten vom Gesundheitsamt.

„Ratatouille“ ist eine schöne, anrührende, lustige, aber nicht übermäßig alberne wie dann natürlich auch spannende Komödie um Freundschaft, mehr oder weniger guten Geschmack und Träume-Verwirklichung. Freunde des besseren Happens werden durchaus auch das rückhaltlose Plädoyer für Genuss und verfeinerten/besseren Geschmack erkennen, wenn sich Remy todesmutig an einen Blitzableiter wagt, um Pilze geschmackstreibend zu grillen. Ein fröhlicher Klasse-Film; mit einer richtig gut ausgetüftelten und bis zu Ende gedachten wie erzählten Geschichte; mit einem riesigen Ideen-Reichtum, tollen Einfällen, urigen Slapstick-Nummern, schönem Dialog-Witz. einer überwältigenden Computer-Animation: Die dort mehr als 270 kreierten Nahrungsmittel sehen derart realistisch aus, dass man beim Zuschauen Appetit bekommt. Und wie sich z.B. das Licht in einzelnen Fellspitzen Remys bricht, ist faszinierend anzuschauen. Zudem: Die Gesichter von Tieren und Menschen erreichen mittlerweile eine frappierend differenzierende Animations-Ausdrucksstärke.

Also: Dies hier ist schon so etwas wie ein „HAMMER VON Spaß-FILM“; für jede Altersschicht bestens zu goutieren/zu genießen (= 5 PÖNIs).