Raggedy Rawney Kritik

Der englische Schauspieler Bob Hoskins ist ein hervorragender Darsteller. Das hat er in Filmen wie „Rififi am Karfreitag“, „Mona Lisa“ und “Falsches Spiel mit Roger Rabbit“ bewiesen. Jetzt hat er zum ersten Mal an einem Drehbuch mitgearbeitet, Regie geführt und auch noch die Hauptrolle gespielt. Titel des Films „RAGGEDY RAWNEY“ von Bob Hoskins (B, D+R; GB 1988; 103 Minuten; Start D: 31.01.1989). Der spielt irgendwann irgendwo im 20. Jahrhundert.

Es ist Krieg, und das Militär ist folglich auf die jungen Männer “scharf“. Also auch auf den jungen Rekrut Tom. Der aber haut nach einem schrecklichen Erlebnis ab. Gerät an und in eine Zigeunersippe, erregt dort durch seine angeblichen “magischen Fähigkeiten“ Aufsehen, findet als Mädchen verkleidet eine Zeitlang Unterschlupf. Dann aber holt sie alle die Gewalt und Brutalität des Krieges wieder ein.

“Raggedy Rawney“ ist ein ehrenwerter, aber kein guter Film. Weil er sich nie zwischen Folklore, Schicksalsmelodie und Anti-Kriegsfilm entscheiden kann. Erst das Schicksal des Jungen, dann die Blicke auf das trübe, listige Leben und Überleben der Zigeuner, dann aber auch die Anklage gegen den Krieg. Von jedem ein bisschen, nichts Ganzes, die Emotionen flattern unentschlossen hin und her. Dazu kommt die blasse Hauptfigur. Dexter Fletcher als Tom ist keine Identitätsfigur, sondern hampelt nur hilflos und ärgerlich herum. Bob Hoskins ist sichtlich überfordert, und drum herum nur wenig interessante Leute.

“Raggedy Rawney“ ist ein gut gemeinter, aber langweiliger Film mit schöner tschechischer Landschaft und vielen vergeblichen Gesten und Worten (= 2 PÖNIs).