Pettersson und Findus Kritik

PETTERSSON UND FINDUS – KLEINER QUÄLGEIST, GROSSE FREUNDSCHAFT“ von Ali Samadi Ahadi (D 2012/2013; B: Thomas Springer; K: Matthias Neumann; M: Ali N. Askin; 80 Minuten; Start D: 13.03.2014); …ist die erste REAL-Trick-Adaption von dieser legendären schwedische Bilderbuchreihe um den schrulligen alten Tüftler Pettersson, der alleine am Rande eines schwedischen Dorfes wohnt, und seinem quirligen sprechenden Katers Findus, der immer zu hippen Streichen aufgelegt ist. Der am 30. April 1946 im schwedischen Helsingborg geborene Zeichner SVEN NORDQVIST erfand dieses kauzige Duo und zeigte es erstmals 1984 mit „Eine Geburtstagstorte für die Katze“ vor. Mit unabsehbaren Erfolgsfolgen: Die Bände sind inzwischen in 29 Sprachen übersetzt und natürlich vor allem beim jüngeren Nachwuchs sehr beliebt wie erfolgreich. Neben einer TV-Serie, die ab 2000 im Fernsehen gezeigt wurde und bis heute 26 Folgen umfasst, gibt es seit 1999 auch fünf Pettersson & Findus-Kinofilme: Die ersten beiden stammen gänzlich aus Schweden („Pettersson & Findus“; „Neues von Pettersson und Findus“/2000), an den anderen waren auch deutsche Produzenten beteiligt: „Morgen, Findus, wird’s was geben“ (2005), „Kuddelmuddel bei Pettersson & Findus“ (2009) sowie jetzt der neueste Spaß.

Bei dem neben dem am Computer hergestellten Findus ein „echter“ Pettersson in Gestalt von ULRICH NOETHEN („Das Sams“) als zerstreuter Pettersson-Kauz mitwirkt. So mit zottligem Bart und dem typisch zerbeulten Riesenhut auf dem Kopf. Als sympathischer Schusselkopf, der seine Tage gerne in seinem kleinen roten Haus verbringt und happy ist bei seinen Bastelarbeiten, mit seinen Erfindungen und seinen Hühnern. Als ihm Nachbarin Beda (MARIANNE SÄGEBRECHT) einen kleinen Kater schenkt, ist eine unzertrennliche Freundschaft angezeigt. Denn es stellt sich heraus, dass sein Fell-Freund plötzlich mit ihm (aber nur zu ihm) spricht. Was für eine Überraschung. Und Freude. Wenngleich solch ein pfiffiger Kater auch schon mal ganz schön störrisch sein kann. Denn als Pettersson von seinem grimmigen Nachbarn Gustavsson (MAX HERBRECHTER) einen dort dauerkrähenden Hahn übernimmt und vor dem Kochtopf rettet, gibt es „emotionale“ Komplikationen. Denn dieses prächtige Federvieh wird zum „Star“ im Hause Pettersson. Nicht nur bei den begeisterten Hennen. Was Findus eifersüchtig und intrigant werden lässt.

Na ja, dieser Findus ist tricktechnisch nicht unbedingt „das große Ding“, bleibt ein wenig (zu) steif, dennoch kommt die überzeichnete bunte Duo-Bühne insgesamt liebevoll ´rüber. Weil die „Menschen“ kindisch-schön mitmischen. Neben Ulrich Noethen gibt Max Herbrechter einen herrlich trotteligen Gustavsson ab, der von seinem pfiffigen Jagdhund Happo schon mal durch den Wald geschleift wird. Überhaupt – die Bilderbuch-Atmosphäre triumphiert. Etwa bei den ulkigen Verstecken der kleinen Mucklas im Gebälk des Hauses oder bei der geradezu witzig-perfekt eingerichteten Hühnerstall-„Wohnung“. Für (ganz) kleine wie große Kinderaugen ist dieses erneute Kuddelmuddel ein lustiges Charme-Vergnügen.

Der aus dem Iran stammende Regisseur Ali Samadi Ahadi, der 2009 mit der erwachsenen Komödie „Salami Aleikum“ für lakonische Ironie-Stimmung sorgte, hat hier einen feinen kleinen Kommt-Gut-Rüber-Mix geschaffen (= 3 PÖNIs).