Pelle der Eroberer Kritik

Der Film bekam im Vorjahr auf den Filmfestspielen von Cannes den Hauptpreis. „PELLE, DER EROBERER“ von Bille August (B+R; Dänemark/Schweden 1987; 157 Minuten; Start D: 23.03.1989); ist wunderbares Erzähl- und Schauspielerkino.

Um die Jahrhundertwende wandern ein Vater (MAX VON SYDOW) und sein Sohn von Schweden nach Dänemark aus, weil sie sich dort Arbeit und eine bessere Lebensqualität erhoffen. Doch die Realität ist eine ganz andere. Ihre Unterkunft auf einem Bauernhof liegt im Kuhstall, arbeiten müssen sie wie
Sklaven, und behandelt werden sie meistens wie der letzte Dreck. Doch Vater Lassefar und der 9jährige Pelle halten zusammen und kommen durch.

„Pelle der Eroberer“ ist ein sehr vitaler, zutiefst menschlicher, also auch sehr bitterer Film. Wo mal Fröhlichkeit aufkommt, ist sie nur für den Augenblick; die Bilder erzählen von einem entbehrungsreichen, kargen Dasein. Ein bemerkenswerter Film, in dem sich ein Stück unbekannte Zeitgeschichte wiederspiegelt, und in dem phantastische Schauspieler für ein gewaltiges Gesamtwerk sorgen. Max von Sydow bekam denn auch zu Recht den 1. Europäischen Filmdarstellerpreis, sein Filmsohn Pelle Henegaard den Preis für den besten Nachwuchsdarsteller. “Pelle der Eroberer“ setzt humanes Kino im Sinne von Bergman oder Truffaut fort und zählt zu den großen Filmen dieses Jahrzehnts (= 5 PÖNIs).