PATERSON

„PATERSON“ von Jim Jarmusch (B + R; USA 2015; K: Frederick Elmes; M: Sqürl; 123 Minuten; deutscher Kino-Start: 17.11.2016); bei seinem Namen atmet man hörbar auf: der 63-jährige JIM JARMUSCH besitzt Kult-Status. Nie zu vergessen: „Stranger Than Paradise“ (1984); „Night on Earth“ (1991); „Dead Man“ (1995); „Ghost Dog – Der Weg des Samurai“ (1999); „Coffee and Cigarettes“ (2003); „Broken Flowers“ (2005).

Jetzt schwächelt er. Seine „Ode an die Monotonie des Alltags“ („epd film“) ist eine spannungslose Langsamkeit vor dem Herrn. „Paterson“, im Frühjahr beim Cannes-Festival gelaufen: eine Stadt in New Jersey, und so heißt auch zufällig (oder nicht) der Busfahrer Paterson (ADAM DRIVER), der dort lebt. Wir sehen ihm zu. Wie er morgens immer um 6:15 Uhr wach wird, seine Frau küsst, aufsteht, seine Frühstücksflocken futtert, zur Arbeit schlendert, die Fahr-Arbeit ausübt. Einen stets jammernden Kollegen erträgt. Im Bus den Passagieren zuhört, wenn sie kommunizieren; in den Pausen sich als Amateur-Poet versucht. In etwa: „Der Apfelbaum blüht; ich habe Äpfel gepflückt; habe sie gegessen. Einige besaßen Würmer“. So etwas in der Kunst-Art. Oder wenn eine „bevorzugte“ Streichholzmarke „poesievoll“ „angegangen“ wird. Im Notizbuch.

Tag für Tag, immer dasselbe Ritual. Der gutmütige, beschauliche Paterson. Mit Resignations-Charme.

Seine Frau Laura (GOLSHIFTEH FARAHANI) dagegen ist rastlos. Gestaltet das kleine Haus andauernd um, bemalt Wände und Türen und fertigt Kleider in ihren Lieblingsfarben Schwarz und Weiß. Heute dies, morgen das. Irgendwann will sie Gitarre spielen. Im Übrigen unterstützt sie die poetischen Anwandlungen ihres Gatten.

Der nach Feierabend mit seiner Englischen Bulldogge Marvin Gassi geht, den Hund draußen lässt, während er sich ein Bier in seiner Stammpinte genehmigt. Und einem sich ewig streitenden Paar begegnet.

Das ausdrucklose Gesicht von „Paterson“ Adam Driver. Die sich auch auf Backwaren verstehende, nervöse Gattin. Deren „Ausbrüche“ Paterson stoisch-liebevoll erträgt. Der Minimalismus triumphiert. Die Langeweile auch. 123 Minuten. Meditative Melancholie. Die ermüdet (= 1 ½ PÖNIs).

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