PARALLELE MÜTTER

PÖNIs: (4/5)

„PARALLELE MÜTTER“ von Pedro Almodóvar (B + R; Spanien 2021; K: José Luis Alcaine; M: Alberto Iglesias; 123 Minuten);

COURAGIERT. Titel = „PARALLELE MÜTTER“. Von PEDRO ALMODÓVAR (B + R; Spanien 2021; K: José Luis Alcaine; M: Alberto Iglesias; 123 Minuten; deutscher Kino-Start: 10.3.2022). Zwei Frauen, zwei Schwangerschaften, zwei Leben. Deren Lebensverbindung zusammenläuft. Janis („Oscar“-Preisträgerin PENÉLOPEZ CRUZ /“Vicky Cristina Barcelona“/2009) und Ana (MILENA SMIT) erwarten beide ihr erstes Kind und lernen sich zufällig im Krankenhaus kurz vor der Geburt kennen. Beide sind Single, wurden ungewollt schwanger. Janis, mittleren Alters, bereut nichts, ist in den Stunden vor der Geburt überglücklich. Das genaue Gegenteil – Ana: Teenager, verängstigt und traumatisiert, und von ihrer Mutter Teresa (AITANA SÁNCHEZ GIJÓN) findet sie kaum Unterstützung. Janis bemüht sich, Ana aufzumuntern. Die wenigen Worte, die sie in diesen Stunden im Krankenhausflur austauschen, schaffen ein enges Band zwischen den beiden. Doch dann wirft ein Zufall alles durcheinander und verändert beider Leben auf dramatische Weise.

In „Madres paralelas“ (Originaltitel) stehen das Gespräch „über Vorfahren und Nachkommen, über die Wahrheit der historischen (Franco-)Vergangenheit und die intimste Wahrheit der Figuren“ sowie „Identität und mütterliche Leidenschaft“ im Mittelpunkt (Pedro Almodóvar im Presseheft). Dabei würden sich die drei im Film auftauchenden, unvollkommenen Mütter sehr von den Figuren in seinem bisherigen Gesamtwerk unterscheiden. Motto: Die diesmal konsequente weibliche Solidarität. Almodóvar bezeichnet die Rolle von Penélope Cruz als schwierigste Figur, die sie je unter seiner Regie gespielt habe. „Parallele Mütter“ eröffnete im Vorjahr die 78. Venedig-Filmfestspiele, wo Penélope Cruz für ihre Leistung als „Beste Schauspielerin“ ausgezeichnet wurde. In einer – bedeutsamen – Nebenfunktion behandelt der Autoren-Regisseur im Übrigen die längst noch nicht „abgearbeiteten“ mörderischen Vergangenheitszustände unter dem System von Diktator Franco, wobei es weniger um die Ermordeten und mehr um die zurückgebliebenen Frauen geht, die unermüdlich dafür kämen, dass ihre Angehörigen endlich einen würdevollen Abschied „bekommen“. Das Zitat im Nachspann verhilft dem Anliegen der Nachkommen bewegenden Beistand. „Parallele Mütter“ ist ein wichtiger, wertvoller, starker neuer Film des spanischen Meisters (= 4 PÖNIs).

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