Pain & Gain Kinokritik

PAIN & GAIN“ von Michael Bay (USA 2012; B: Christopher Markus, Stephen McFeeley; K: Ben Seresin; 130 Minuten; Start D: 22.08.2013); sooooo viel Dauergequatsche in einem Film ist selten. Aus dem Off und „tatsächlich“. Und: Man versucht uns ja immer zu beeindrucken, in dem seitens des Filmverleihs herausposaunt wird: Achtung, es handelt sich hier um Wahres. Neulich passiertes. Als wenn dies irgendetwas mit der Qualität eines Films zu tun hat.
Und auch hier: „Pain & Gain“, also „Schmerz und Stärke“, basiert auf einer Artikelreihe des Autoren Pete Collins, die dieser 1999 in der „Miami New Times“ veröffentlichte. Dabei ging es um eine Bande von Bodybuildern und ihrem jahrelangen verbrecherischer Dauerlauf.

Normalerweise hantiert Hollywood-Produzent und Regisseur Michael Bay, 47, mit riesigen Budgets und lautem Krach, siehe zuletzt mit 3 x „Transformers“. Hier nun inszeniert er einen vergleichsweise „bescheidenen“ Film, Kosten: 26 Millionen Dollar, und setzt auf Mucki-Boys. Auf Macho-Typen aus dem Bodybuilding-Studio. Für DIE das tägliche Muskeltraining kein sportlicher Ausgleich, sondern typische Lebensphilosophie bedeutet. Ich mache hart, also bin ich es. Hart. Folglich wollen Daniel Lugo (MARK WAHLBERG) & Kumpel Paul Doyle (DWAYNE JOHNSON) „mehr“. Von und an allem. Wenn wir uns schon dermaßen triezen, ´reinhängen, dann haben wir es auch verdient, unser Mittelmaß abzuschütteln, um uns den „American way of life“ zu erfüllen. Auf jedwede, vor allem also illegale Art. Und robuste Weise. Doch das Kidnapping des schwerreichen Victor Kershaw („Monk“ TONY SHALHOUB) läuft aus dem Ruder. Auch, weil die Intelligenz des Trios, der noch mehr unterbelichtete Anabolika-Kumpel Adrian (Anthony Mackie) ist ebenfalls mit von der „Party“, mit ihren umfangreichen Bizeps nicht mithalten kann.

Völlig unsympathische (Haupt-)Figuren stehen hier auf der Zoten-Bühne. Ausgestattet mit diesem berüchtigten breitbeinigen Männer-Gang und vielen infantilen Sprüchen. Sowie den obligatorischen Haudrauf-Aktionen. Bei denen man hier nicht weiß, ob sie Parodie, Blödsinn oder „ernst“ gemeint sind. Etwa als hinterfotziger Blick auf das typische „Ami-Machen“. Unten. Im „Milieu“. Bei und mit diesen „patriotischen“ Proll-Posen um Geld, Sex & Gangsta-Rap. Als trotz vieler „Bemühungen“ Victor Kershaw überlebt, kommt sogar noch der gute ED HARRIS als Privatschnüffler mit in dieses überlange Blödspiel, um die Sache rechtens abzuwickeln. Was soll das? Und warum? Mark Wahlberg tritt zünftig auf das Loser-Gas, während der „komische“ Dwayne („The Rock“) Johnson als wiedergeborener Christ, psychotischer Grillexperte und hemmungsloser Koks-Bruder den völlig überkandidelten Partner-Part abdrückt. Manchmal ganz doof-witzig, meistens aber nur schief – bekloppt. Also behämmert für die Augen.

Einmal mehr in diesem Sommerkino – die Amis und ihre dussligen, überflüssigen Langweiler-Schmarren (= 1 PÖNI).