Once Kritik

ONCE“ von John Carney (B+R; Irland 2006; 85 Minuten; Start D: 17.01.2008); einem irischen Drehbuch-Autor, Produzenten und Regisseur, der 1972 in Dublin geboren wurde. Zunächst Kurzfilme schuf, um dann die Spielfilme „November Afternoon“ (1996/eine Schwarz-Weiße-Low-Budget-Produktion, die von der irischen „Times“ zum „Besten Film des Jahres 1997“ gekürt wurde) und „On The Edge“ (2001/mit Cillian Murphy + Stephen Rea/für die Universal Studios) zu realisieren. Zugleich arbeitet er erfolgreich für das Fernsehen und war an Irlands erfolgreichster unabhängiger TV-Serie „Bachelors Walk“ als Co-Autor und Regisseur beteiligt.

2006 entstand, für vergleichsweise lächerliche 130.000 EURO, „ONCE“ (B+R), der im Vorjahr beim Sundance-Festival den Publikumspreis gewann und seitdem auf dem Siegeszug um die (Kino-)Welt ist. STEVEN SPIELBERG wird in diesem Zusammenhang gerne zitiert: „Ein kleiner Film mit dem Titel `ONCE` gab mir genug Inspiration, um über den Rest des Jahres zu kommen“. Wenn das kein Güte-Stempel ist…, aber in der Tat: „Once“ ist eine jener kleinen, bezaubernden Entdeckungen, die so unverhofft auftauchen und so herlich-lange nachhallen. Und die in diesem „gigantischen Brüll-Alltag“ auf so wunderbare Weise, jenseits von Glamour und Business, von Fratzenkultur und Banalität(en)/Dämlichkeit(en), Emotionen wie gleichsam Musikalität und Seele freisetzen. Also augenzwinkernd-fein ausatmen und „beruhigen“. Will sagen: „ONCE“ TUT RICHTIG GUT. Natürlich geht es um Außenseiter. Um DEN Jungen und DAS Mädchen. Im Dublin von heute.

Da ist einerseits der bettelarme, aber deshalb nicht herumjammernde Straßenmusiker mit der lauten Gitarre und ebensolcher Stimme. Der sich – bildlich-musikalisch gesprochen – mit seinen Songs geradezu auskotzt. Und da ist SIE. Die neugierig geworden ist. Die sich nähert, aber mit irgendwelchen Standard-Antworten keineswegs zufrieden ist. Eine tschechische Immigrantin, wie sich herausstellt, die Hilfsarbeiten macht, aber Pianistin ist. Die Liebe zur Musik bringt sie näher. WIE, das soll/das darf gar nicht weiter erzählt werden, das muss man sehen und noch besser – HÖREN. Denn „Once“ kann man auch als so eine Art „Wild-Musical“ bezeichnen, aber ich merke bereits beim Schreiben, die „korrekte“ Klassifizierung fällt schwer, so angenehm ungewöhnlich wie feder-leicht-schön ist dieses 85minütige Anders-Erlebnis von Kino. Ein Stück JUWEL, mit dem man respektvoll wie genießerisch wie „einfach so“ umgehen sollte: Romeo und Julia, das Straßen-Paar von Dublin OHNE die üblichen Kitsch-Motive. Und auch ohne…, aber lassen wir das.

Eine Hymne an das „normale“ Dublin, bezeichnet ER diese „gesungene Liebeserklärung“, GLEN HANSARD: Sänger und Gitarrist der irischen Band „The Frames“. In Alan Parkers Band-Klassiker „The Commitments“ spielte er 1991 den Gitarristen Outspan Foster. Für „Once“ hat er die Songs mit der weiblichen Hauptdarstellerin, der erst 19jährigen Sängerin und Pianistin MARKÉTA IRGLOVÁ, einer Liedermacherin aus der ehemaligen Tschechoslowakei, geschrieben und eingespielt. Ergebnis: Endlich einmal kein glatter, kein geSCHÖNTER, kein konstruierter Quatsch an Beziehung und Music, sondern eine richtig urwüchsige, völlig unaufgeregte, angenehm lakonische Frisch-Fröhlich-Fromm-urige- Einfach-So-Begegnungs-Song-Geschichte von Boy und Girl. DAS IST ES. Wer an diesem Film vorbei-stolpert, ist selber schuld oder sage keiner, dass er nicht gewusst habe, dass es diesen Film gibt: „ONCE“ ist Musik-Charme- und Atmosphäre-Kult-pur. Ein Film zum, pardon, Liebhaben/Gerne-Mögen.

SO WUNDERBAR-NORMAL-SCHÖN WAR KINO SCHON LANGE NICHT MEHR! (= 4 PÖNIs).