Offside Kritik

OFFSIDE“ von Jafar Panahi (B+R; Iran 2006; 93 Minuten; Start D: 29.06.2006); ist eine Vorjahres-Produktion aus dem IRAN, die im diesjährigen Wettbewerbsprogramm der Berlinale lief und dort mit dem „Großen Preis der Jury“ bzw. mit dem „Silbernen Bären“ ausgezeichnet wurde.

Passend zur WM kommt er nun ins „reguläre“ Kino-Programm: Im Iran haben Frauen beim Fußball Stadionverbot. Eine Gruppe von jungen, enthusiastischen weiblichen Fußball-Fans wollen aber anlässlich des WM-Qualifikationsspiels Iran gegen Bahrain unbedingt ins Stadion. Also verkleiden sie sich als junge Burschen. Werden aber entdeckt und in ein „improvisiertes Gefängnis“ gesteckt. Wo es zu vehementen Diskussionen mit den bewachenden Soldaten kommt, bevor sich dann im euphorischen Trubel der nächtlichen Siegesfeier Recht und Ordnung/Autorität und Pflicht vorübergehend auflösen.

Brisantes, spannend-nachdenkliches politisches Kammerspiel als atmosphärische Emanzipations-Komödie. Die ganz dicht und geschickt an der Nahtstelle zwischen Dokumentation und Spiel brisant wie unterhaltsam hantiert. Und mit der (verklausuliert-)liberalen Meinung vorangeht, dass sich Lebensfreude/Lebenslust nicht von politischen/religiösen Machthabern „wegherrschen“ lässt. Couragierter, engagierter „Fußballfilm“ (= 4 PÖNIs).