NVA

NVA“ von Leander Haußmann (B+R; D 2005; B: Thomas Brussig; 98 min; Start D: 29.09.2005); der nach seiner Erfolgskomödie „Sonnenallee“ (1999) seine private filmische DDR-Aufarbeitung lakonisch-bitter wie augenzwinkernd fortsetzt. (Zwischendurch übrigens hat er ja noch den „Wendefilm“ „Herr Lehmann“ 2003 gedreht, der thematisch an SEINEM Thema dranblieb; dort allerdings aus „West-Sicht“).

Hier porträtiert er Kleine wie Große Uniformträger in der „unattraktivsten Armee der Welt“. Erzählt von einrückenden jungen Burschen, die mehr oder weniger „interessiert“ ihre Pflicht-Dienstzeit abzuleisten haben. Und beschreibt dort die „Alteingesessenen“/die Autoritäten/den Führungskader, die ihre neuen Rekruten „auf Soldaten-Niveau“ zu bringen beabsichtigen. Während die Begebenheiten des Nachwuchses eher „neutral“ bleiben und interessieren, überzeugt die „Sezierung“ der Chefs-hier: Lächerliche Marionetten und Spießer und „gefährliche Untertanen“ wie Oberst Kalt, der glänzend von DETLEV BUCK vorgeführt wird und nicht zufällig an den unvergessenen Werner Peters in dem Staudte-Klassiker „Der Untertan“ erinnert.

Ansonsten aber auch einiger Leerlauf, weil sich Haußmann nie so recht zwischen Lustig-Machender-Komödie und Ernst-Zu-Nehmendem-Drama entscheiden kann (er ist, als „traumatisierter“ Ex-DDRler, offensichtlich „zu nah“ dran am Erinnerungsthema und findet keine spannendere Distanz). Tritt, wie er sagt, als „Sammler der kleinen DDR-Dinge“ auf, will sich lieber mit dem „Unheldischen“ „von damals“ befassen. Und das ist und zeigt sich nicht durchweg interessant/aufregend/unterhaltsam. Dennoch ist ein Ex-DDR-Film-Blick von Haußmann, der selber dort von 1980 an seinen 18monatigen Wehrdienst absolvierte, immer noch viel besser und reizvoller als die vielen mittelmäßigen Sonst-Filme, die hierzulande zuhauf produziert werden. Und zudem ist auch der Haußmann-SOUNDTRACK-hier (mit u.a. „Element Of Crime“) wieder einmal Klasse (= 3 PÖNIs).

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