NOAH

NOAH“ von Darren Aronofsky (Co-B + R; USA 2012/2013; Co-B: Ari Handel; K: Matthew Libatique; M: Clint Mamsell; 138 Minuten; Start D: 03.04.2014); anlässlich der Europa-Gala-Premiere neulich im hiesigen “Zoo Palast” sprach der Moderator Steven Gätjen, der den Film am Vormittag exklusiv bereits sehen durfte, begeistert von einem „emotionalen Meisterwerk“, das uns erwartete. Umso schlimmer war die Ernüchterung während und dann das allgemeine Entsetzen nach der Vorführung. „Noah“ entpuppte sich als ein 125 Millionen Dollar teures Missverständnis und Desaster. Inszeniert ausgerechnet von einem der letzten „spannenden, verstörenden Bastionen“ in der unkonventionellen Ami-Filmbranche: DARREN ARONOFSKY, geboren am 12. Februar 1969 in Brooklyn, New York City. Unvergessen seine kontroversen, düsteren Gewaltdramen wie „Pi“ (Debüt 1998; für 60.000 Dollar realisiert); vor allem die Drogenhölle „Requiem for a Dream“ (2000/“Oscar“-Nominierung für Ellen Burstyn), aber auch später das bärenstarke, „säuische“ Micky Rourke-Comeback in dem wuchtigen Porträt „The Wrestler“ (2008/“Oscar“-Nominierung für Rourke + Marisa Tomei) sowie der zuletzt fünffach „Oscar“- nominierte Psychothriller „Black Swan“, u.a. als „Bester Film“ + für die „Beste Regie“, für den dann Natalie Portman die Trophäe als „Beste Hauptdarstellerin“ zugesprochen bekam (ebenso wie vorher auch den „Golden Globe Award“). Jetzt hat sich Darren Aronofsky von Hollywood „großzügig“ kaufen und ausstatten lassen. Und ist vehement gescheitert. „Noah“ ist blödsinniges Bibel-Kino. Fürchterlich dilettantisch und total langweilig. Unerhört langweilend. Im Sinne von belästigend. Für Verstand und Sinne.

In der Titelrolle: „Oscar“-Hero RUSSELL CROWE („Gladiator“). DER macht durchweg ein grimmiges Bart-Gesicht. Überhaupt und besonders, wenn er vom desolaten Zustand der Welt spricht. Mit der Familie. Und – nicht zu hören – mit Gott. DER befiehlt ihm „das mit der Arche“. Also eine solche zu bauen. Die letzten guten Menschen, also seine Family, soll hier ´rein. Sowie von jedem Tier zwei Exemplare. (Die kommen schnell von selbst an Bord). Dann beginnt der große Dauerregen und sie schippern los. Weil MANN natürlich solch eine monumentale Bau-Tat nicht allein bewerkstelligen kann, helfen ihm „Transformer“-Steinmaschinen!!!! TRANSFORMER-Monster. Geschaffen für den ungläubigen Kinobesucher-Nachwuchs. Damit DER wenigstens irgendwas „kapiert“. = Ähhh, geil.= Die, also diese hippen Steinfiguren, sind zwar eigentlich sauer auf die Menschheit, helfen aber dann doch dem wackeren Noah. Wir bauen gemeinsam Arche. Den gläubigen Grantler sieht man fortan eine Axt schwingen, was fleißige „Holzarbeit“ erklären soll, und laute Befehle erteilen.

Der ansonsten stets faszinierende „Dampfhammer“-Brite RAY WINSTON („The Crime“) mimt den schurkischen Anführer einer grölenden Dumpfbacken-Bande. Die Duell-Konkurrenz sozusagen. „Die Schlange“ im Arche-Paradies, die den artigen Gott-Kumpel Noah gerne aufmischen will. Lächerlich. Ebenso wie diese unsäglich- einfältig auftretenden Bubis Logan Lerman und Douglas Booth als die beiden notgeilen Noah-Söhne Ham und Sem. Grottig. Ebenso wie – ich fasse es nicht – Sir ANTHONY HOPKINS als seniler, herumfaselnder Methusalem. Mit peinlicher Null-Außenwirkung. Und weiter im sauren Ensemble: JENNIFFER CONNELLY, 1984 die „kleene Ballett-Süße“ aus dem Sergio Leone-Klassiker „Es war einmal in Amerika“, als andauernd nur stumm dastehende, staunende Frau Noah. Sowie EMMA WATSON aus den „Harry Potter“-Movies als jetzt braves junges Mädel, deren Neugeborenes von Noah auf göttliche Anweisung getötet werden soll. Was natürlich auf allgemeines Unverständnis stößt und für spannungslosen Stress sorgt. (Im Saal wird dabei herzlich spöttisch gelacht, steht auf meinem Zettel). Überhaupt: Nichts, aber auch rein gar nix, ist hier auch nur annähernd „emotional begeisternd“, also spannend oder berührend. Oder von irgendeinem Interesse. Reiz. Stattdessen nervt dieser fundamentalistische wie vorhersehbare Religions-Fiction-Kram mehr und immer mehr, während seine bombastische Musikuntermalung nur permanent unangenehm dröhnt.

Einen dermaßen aufwändigen wie bescheuerten Ernst-Film um einen biblischen Superstar habe ich nicht für möglich gehalten: „NOAH“ ist ein jämmerliches Schrott-Lichtspiel vom Allerdämlichsten (= 1 PÖNI für ein paar ulkige Tricks und die betäubten Computer-Tiere).