Nightmare before Christmas

Der Film sprengt Fantasy- und Phantasie-Grenzen und probiert etwas ganz Neues auf der Leinwand. „NIGHTMARE BEFORE CHRISTMAS“ von Henry Selick (USA 1993; B: Tim Burton; K: Pete Kozachik; M: Danny Elfman; 111 Minuten; Start D: 08.12.1994).

„Nightmare before Christmas“ ist ein technisches Wunderwerk, denn hier werden erstmals Puppenspiel und Trickarbeit verschmolzen. Dabei wurde das sogenannte Stopmotion-Animationsverfahren benutzt, bei dem jedes Bild einzeln gestellt wurde und die Figuren von Aufnahme zu Aufnahme verändert werden mussten. Entstanden ist dabei so etwas wie ein ’surrealer Puppentrickfilm‘, der natürlich auch keine herkömmlichen Ideen und Beteiligte verwendet, sondern auf einen wunderschönen, kreativen Alptraum setzt.

Wir befinden uns im Halloween-Land. Dort gibt das Skelett Jack den schrecklich-feinen Ton an. Aber nachdem er zum zigsten Male die jährliche Halloweenparty organisiert und zum Erfolg geführt hat, will er endlich einmal etwas ganz Anderes machen. Zufällig gerät er bei einem Waldspaziergang in das Christmas-Land, das Weihnachts-Land, und ist fortan begeistert. Santa Claus muss mitsamt seiner zauberhaften Weihnachtsstimmung hergeholt werden. Hierher, wo sich Monster aller Art und Gerippe und Frankensteins und Kürbisse und Gespenster und niedliche Geisterhunde aufhalten.

Natürlich gibt es Widersacher, und die können auch ganz schön herumtricksen. Die wollen, dass alles so schaurig bleibt wie bisher und intrigieren. Jetzt ist „Weihnachten“ auf der ganzen Welt in Gefahr. Der Bürgermeister von Halloween-Town weiß gar nicht mehr, was er sagen soll.

Natürlich: Da ist diese beeindruckende, perfekte Technik mit diesen vielen originellen Puppen; da sind diese vielen witzigen, zweideutigen Details inmitten der ausgesprochen liebevoll entworfenen, präzise passenden Bauten; und da ist diese klangvolle, ohrwurmige Musik von Danny Elfman, dem Hauskomponisten von Tini Burton. Alles passt exotisch und
wunderbar schräg zusammen. Macht Spaß, ist voller Schwung und Pep, ist durchsetzt von den außergewöhnlichsten Einfällen der letzten Film-Zeit.

„Nightmare before Christmas“ lässt den Trickfilm erwachsen werden, ohne auf die „kindischen Elemente“ des Genres zu verzichten. Im Gegenteil: Endlich einmal werden Trick und Spiel nicht eindimensional versüßt, sondern amüsant-bizarr auf die Schippe genommen. Ein kleines, feines Animations-Wunderwerk: „Nightmare before Chrisnas“ von Tim Burton und Henry Selick. Und: Mit einer auch sorgfältigen deutschen Synchronisation, das soll unbedingt abschließend erwähnt werden (= 5 PÖNIs).