NICHT OHNE ELTERN

„NICHT OHNE ELTERN“ von Vincent Lobelle und Sébastien Thiéry (B + R; nach dem Theaterstück „Momo“ von Sébastien Thiéry; Fr/Belgien 2016; K: Jean-Paul Agostini; M: Michael Tordjman; Maxime Desprez; 86 Minuten); Boulevard, also Logik und Glaubhaftigkeit „leicht“ umgehend. Wen haben wir: Ein gutbürgerliches Pariser Vorstadt-Ehepaar, prominent gespielt von CHRISTIAN CLAVIER („Monsieur Claude und seine Töchter“) und CATHERINE FROT („Madame Marguerite oder die Kunst der schiefen Töne“/“Cesar“). Sie werden eines „schlimmen“ Tages von einem jungen Mann – erst im Supermarkt belästigt, dann Zuhause – „vereinnahmt“. Dieser, Patrick (Co-Regisseur und Bühnenstück-Autor SÉBASTIEN THIÉRY), ist gehörlos und kaum zu verstehen, aber so viel wird deutlich: Er behauptet, ihr Sohn zu sein. Von nun an wird es…sagen wir: merkwürdig. Unpraktisch. (Klar, ist ja auch als ulkige Komödie annonciert). Anstatt eine schnelle Klärung herbeizuführen, lässt sich Madame Laurence gerne darauf ein, plötzlich „Mama“ zu sein, während der Gatte nicht nur innerlich tobt. Und sich für einen 40 Jahre alten möglichen „Seitensprung“ rechtfertigen soll. Dann taucht die hochschwangere Freundin des vermeintlichen Sohns auf, sie ist blind und wird von einem „aufmüpfigen“ Malinois-Schäferhund begleitet, der nur deutschsprachige Anweisungen befolgt.

Ein leider nur bisweilen komisches Kuddelmuddel; charmant-augenzwinkernd von den beiden Stars Clavier & Frot angeführt, aber mit einigen zu vielen Fragezeichen ob des plausiblen Verhaltens ihrer Leutchen versehen. Man muss eben – bei allen pointierten Übertreibungen – auch immer im Auge behalten, wie was irgendwie „möglich“ ist. Um dem Total-Quatsch auszuweichen. Sonst wird aus dem ganzen Frohsinn nur ein halber. Wie hier. Aber – immerhin: Christian Clavier als Alter Ego eines Louis de Funés kitzelt manchmal ganz nett  (= 3 PÖNIs).