My Old Lady Kritik

MY OLD LADY“ von Israel Horovitz (B+R + Executive Producer; nach seinem gleichnamigen Bühnenstück/Off-Broadway-Premiere: Oktober 2002; USA/Fr/GB 2013; Michel Amathieu; M: Mark Orton; 106 Minuten; Start D: 20.11.2014); …ist die erste Kino-Regie-Arbeit des Dramatikers und Drehbuch-Autors. Der am 31. März 1939 in Wakefield/Massachusetts geborene Israel Horovitz schrieb bislang mehr als 70 Theaterstücke, die in 30 Sprachen übersetzt und in aller Welt aufgeführt wurden. Für Filme wie „Blutige Erdbeeren“ von Stuart Hagman (1970), „Daddy! Daddy! Fünf Nervensägen und ein Vater“ von Arthur Hiller (1982) oder „“Sunshine – Ein Hauch von Sonnenschein“ von Istvan Szabo (1999) schrieb er die Drehbücher. Israel Horovitz erhielt zweimal den amerikanischen Off-Broadway-Theaterpreis „Obie“ sowie diverse internationale Auszeichnungen. Kein anderer amerikanischer Autor hat in Frankreich mehr Stücke auf die Bühne gebracht als er. Frankreich verlieh ihm auch den Titel „Commandeur dans l’Ordre des Arts et des Lettres“, die höchste Auszeichnung des Staates für ausländische Künstler. Ein intelligenter, spannender Weltbürger, dieser ISRAEL HOROVITZ.

Der sich nun auch an seinen ersten Spielfilm „gewagt“ hat. Basierend auf seinem gleichnamigen Bühnenstück. Handelnd von einer ebenso schmucken wie großzügigen Wohnung. 500 Quadratmeter, mitten in Paris. Mit Garten. Die nun einem Matthias Gold aus New York gehört. Er hat sie von seinem Vater geerbt. Der mittellose Ami um die 60 (KEVIN KLINE) möchte sie umgehend und profitabel verscherbeln. Jedoch ergeben sich dabei zahlreiche Schwierigkeiten, denn anstatt des schnellen Geldes erwartet ihn in der Wohnung die 92jährige Mathilde (MAGGIE SMITH). Sie hat vor langer Zeit mit seinem Vater eine Immobilien-Leibrente vereinbart. Sie darf also nicht nur bis zu ihrem Tod hier wohnen (bleiben), sondern erhält darüber hinaus vom Besitzer eine monatliche Rente von 2400 EURO. Matthias Gold sieht sich nicht nur umgehend geerdet, sondern auch mit antiquierten, also „speziellen“ französischen Gesetzen wie auch mit Mathildes streitlustiger Tochter Chloé (KRISTIN SCOTT THOMAS) konfrontiert. Vorhang auf. Denn nun blättern die alten Beziehungen von einst pö a pö auf, in denen die privaten „Details“ der beiden Familien eine komplizierte emotionale Rolle spielen. Und erst verstanden, aufgearbeitet und „erledigt“ werden wollen. Bevor eine Lösung vielleicht möglich ist.

Anfangs – ein Film der leichten Schwingungen. Überschaubar, das atmosphärische Paris, in der mundenden Musikalität, die süffisanten, natürlich distinguierten Verbal-Scharmützel der beiden Haupt-Protagonisten: Matthias, der mit Nachnamen Gold heißt und selbiges „riecht“, und Madame Mathilde, mit ihren über 90 keineswegs senil. Ganz im Wort-Gegenteil. Und wenn dann auch ihre scharfzüngige Tochter ins Geschehen eingreift, beginnt der Gemüts-Tanz.

Bedauerlicherweise – wir befinden uns im Kino und dort leider nicht beim pointierten Woody Allen – in sehr viele trockene Worte eingekleidet, die ermüden, und mit Muschpoken-Internass umgeben sind, die charmant welken. Von wegen damals, als Mathilde und der Vater von Matthias noch rüstig waren. Potent. Da wird der feine Film dann „Theorie“. Statisch. Unbeweglich. Aber nicht ermüdend, weil die beiden „Oscar“-Stars Kevin Kline & Maggie Smith ihn am reizvollen Charakter-Leben erhalten. Und Kristin Scott Thomas ihnen gefühlswallend zu-spricht.

„My Old Lady“ ist ein Spiel mit großen Schauspielern. Die selbst einem mittelmäßigen „Film-Stück“ zu Ironie-Glanz mit Typen-Charme vergnüglich zu verhelfen vermögen (= 3 PÖNIs).