Mr und Mrs Bridge Kritik

Mit „MR & MRS BRIDGES“ von James Ivory (USA/GB 1990; 126 Minuten; Start D: 01.11.1990)

Kansas City zwischen dem ersten und dem zweiten Weltkrieg. Mr und Mrs Bridges sind wohlhabend und haben drei Kinder. Eine ganz normale Familie: mit einem weißen Haus und einer schwarzen Angestellten. Aber Mr und Mrs Bridges verstehen sich nicht. Sobald die Kinder aus dem Haus sind, wird ihr verkniffenes Verhältnis zur Dauerqual. Nie redet einer mit dem anderen offen. Mrs Bridge wird darüber zu einer blöden, verheulten Tutteloma. Mr Bridge ist ein steifer Mensch, der innerlich verhärtet.

“Mr und Mrs Bridge“ ist ein viel zu langer und langweiliger Film. Über zwei Stunden wird dem Zuschauer vorgeführt, wie sehr sich zwei Menschen entfremden können. Das wäre vielleicht noch spannend, wenn die Leute wenigstens anfangs sympathisch wären. Das ist aber nicht der Fall. Denn, wer hat schon Lust, sich mit einem strengen, kaltschnäuzigen Opa ohne Herz und Seele zu identifizieren? Oder wer findet es verlockend, in die Rolle einer ewig kuchenbackenden Mutti zu schlüpfen? Und obwohl der Film eine Zeitspanne von 10 Jahren umfaßt, ändern sich die Charaktere nur unwesentlich.
“Mr und Mrs Bridge“ ist ein Familienfilm, wie er langweiliger nicht sein könnte. Ein Film, der sich mühsam von einem Geburtstag zur nächsten Feier oder Katastrophe schleppt.

Am Ende steht das Fazit: Das Leben ist so hart, aber auch so schön. Die beiden Plagegeister werden übrigens von PAUL NEWMAN und JOANNE WOODWARD gespielt. Joanne Woodward ist die Rolle der leicht hysterischen Hausfrau wie auf den Leib geschnitten. Aber, dass Paul Newman nur noch gebrechliche Opas spielt, ist tragisch und lächerlich (= 1 PÖNI).