Monuments Men – Ungewöhnliche Helden Kritik

MONUMENTS MEN – UNGEWÖHNLICHE HELDEN“ von und mit George Clooney (Co-B + R; USA/D 2013; Co-B: Grant Heslov, nach dem gleichn. Sachbuch von Robert M. Edsel und Bret Witter; K: Phedon Papamichael; M: Alexandre Desplat; 119 Minuten; Start D: 20.02.2014); wir lesen im Einband: „Dieses Buch erzählt ein bislang unbekanntes Kapitel des Zweiten Weltkriegs: die Geschichte der Monuments Men, einer Gruppe von Soldaten, die von 1943 bis 1951 in den Streitkräften der westlichen Alliierten dienten, jedoch keine Maschinengewehre mit sich führten und keine Panzer fuhren. Ihr einzigartiger Auftrag bestand darin, die bedeutendsten europäischen Kunstwerke vor der Plünderungsmaschinerie der Nationalsozialisten in Sicherheit zu bringen“ (aus dem 541seitigen Buch „Monuments Men. Die Jagd nach Hitlers Raubkunst“ von Robert M. Edsel und Bret Witter; 2009 in den USA herausgekommen, 2013 hierzulande beim „Residenz Verlag“ erstmals veröffentlicht und danach auch als Taschenbuch zum Kinofilm beim „Heyne Verlag“ erschienen).

Wohlgemerkt – Hollywood. Eine 70 Millionen Dollar Big Budget-Produktion. Mit deutscher Beteiligung. Und hiesigen Drehorten (wie Potsdam – Babelsberg, Osterwieck im Harz). Der deutsche Zusatztitel drückt es aus: Helden. KINO-Helden. Keine Dokumentation über ein ehrenwertes Vorhaben, sondern die in die Jahre gekommenen „glorreichen Sieben“ im auf Unterhaltung ausgerichteten Abenteuerfilm. „Nach einer wahren Begebenheit“, wie es eingangs heißt. Beleibte, schmale, kesse, Brillentragende Kunst-Experten auf bedeutsamer Schatzsuche. Kostbare Kunst-, also Kulturschätze der Menschheit sollen vor der barbarischen Zerstörung durch die Nazis gefunden, gerettet und an die Eigentümer zurückgegeben werden. Inmitten des wütenden Krieges und seinen vielen menschlichen Opfern täglich ein wahnwitziges Unternehmen. Bei dem unsere Kunst-Koryphäen als „komische Uniform-Figuren“ doch schon mal mit Maschinengewehren unterwegs sind. Und für ihren Auftrag durch unterirdische Stollen krabbeln, in die Schusslinie der Front geraten, Verluste hinnehmen müssen und zugleich ein „Wettrennen“ gegen anrückende Russen bestehen wollen, um die verborgenen Schätze in Thüringen auf „ihre Seite“ zu bringen. Die alten Burschen taumeln ganz schön durch die spannende, mitunter aber auch etwas „steife“ Szenerie.

Spannung. Zu erzeugen. Über Aktionen. Mit Stars wie eben „Messias“ GEORGE CLOONEY (angesichts des Hysterie um ihn kürzlich bei der Berlinale-Präsentation seines fünften Regie-Films), dem sportiven MATT DAMON, dem massigen JOHN GOODMAN, dem ironischen BILL MURRAY, dem Intellektuellen BOB BALABAN, dem charmanten JEAN DUJARDIN sowie dem mutigen britischen Sachverständigen HUGH BONNEVILLE. Dazu tritt die selbstbewusste „Französin“ CATE BLANCHETT mit in den Rettungsverbund ein und erinnert als Claire Simone an die „unscheinbare“ Widerstandskämpferin Rose Valland, die damals in Listen heimlich dokumentierte, was gestohlen und wo später untergebracht wurde. Und auch der in Deutschland geborene und clevere G.I. Sam Epstein, gespielt von DIMITRI LEONIDAS, ist schließlich als furchtloser Mitstreiter ein professioneller Team-Verstärker. Sie alle sorgen im Kameraden-Ensemble für einen Spielfilm, der nichts anderes in Sinn und Ausführung beabsichtigt als eine – tatsächlich – durchaus amüsante, charmante und ganz und gar konventionelle Unterhaltung mit hochinteressantem zeitgeschichtlichem Hintergrund. Der ja zufällig durch die bekannt gewordenen „Schwabinger“ Geschehnisse um die Entdeckungen der Bildersammlung bei Cornelius Gurlitt sogar eine brisante kulturpolitische Aktualität und gesellschaftliche Neugier bekommen hat. Und zudem natürlich auch eine gewichtige Lebensfrage stellt: Ist es „gut“, große, einzigartige Kunstwerke auch durch das Opfer von Menschenleben zu retten?

Oder ist Kunst DAS „nicht Wert“? (= 3 PÖNIs).