Miss Mona Kritik

Mehdi Charef’s Debütfilm „Tee im Harem des Archimedes“ war nicht nur in der Bundesrepublik ein Erfolg. Vor kurzem lief sein dritter Film „Versteckte Leidenschaft“ an. Nun startet mit „MISS MONA“ von Mehdi Charef (B+R; Fr 1987; 98 Minuten; Start D: 23.02.1989); sein zweiter Film in Deutschland.

Die Tage sind grau für Ausländer ohne Aufenthaltsgenehmigung. Die Nächte sind schwarz für einen Mann, der sich als Frau fühlt. aber das Geld für eine Geschlechtsoperation ist für den einen so unerschwinglich wie die Bestechungsgelder für eine Aufenthaltsgenehmigung für den anderen.

Mehdi Charef ist in Algerien geboren. Jetzt lebt er in Paris. Das hat zwei Dinge zur Folge: Einerseits fühlt er sich als einen elenden Außenseiter, andererseits entwickelt er ganz langsam eine vorsichtige Zuneigung zu dieser Stadt. Dies sind zwei immer wiederkehrende Themen in Filmen.
Wer sich elendig fühlt, möchte nicht alleine sein. Und so tun sich Mona, ein alternder Transvestit und Samir, ein junger Ausländer zusammen, beinahe unfreiwillig. Jean Carmet spielt die Mona so rührend, dass man fast weinen möchte und es dem Film nicht übelnimmt, dass er eigentlich nicht Stoff für 100 Minuten bietet.

Die Misere hat die beiden aneinander gekettet. Samir ist durch die Notwendigkeit sich zu prostituieren bisexuell geworden. Nur einmal hat er Glück. Er verliebt sich in einen jungen Strip-Tänzer.
Als der Tänzer jedoch am Morgen mit allen Ersparnissen verschwunden ist, bleiben Samir nur die Scherben des Glücks und die schmerzen.
Miss Mona ist ein hoffnungsloses Bild einer recht hoffnungslosen Situation. Samir und Mona stehen für alle Außenseiter der Gesellschaft. Und derer gibt es viele.

Wenn Jean Carmet nicht so erbärmlich sehnsüchtig mit Rock und Busen vor dem beleuchteten Spiegel tanzen würde, würden wir Charef die Länge des Filmes jedoch nicht verzeihen (= 2 PÖNIs).