Midnight – Enthüllung um Mitternacht Kritik

Der Schöneberger „Notausgang“ übt sich seit Jahren mit großem Erfolg an der sorgfältigen Ausgrabung und Wiederentdeckung feiner alter Hollywood-Komödien. Ernst Lubitsch ist hier Stammgast, aber auch viele andere „vergessene“ Autoren und Regisseure feiern hier wieder Triumphe. Neuestes Beispiel für die hervorragende Repertoire-Arbeit von Hausherr Gunter Rometsch ist „MIDNIGHT – ENTHÜLLUNG UM MITTERNACHT“ von Mitchell Leisen (USA 1939; 94 Minuten; Start D: April 1990);dass er
nach einem Drehbuch von Charles Brackett und Billy Wilder schuf.

Eine Komödie um feine Leute, die gar nicht fein sind. Betrüger, Gauner, Lebe- Männer und -Frauen geben sich Stichworte und Pointen in die hinterhältigen Münder. Frei nach dem Motto ‚Jeder betrügt irgendwie jeden‘ versucht eine selbstbewusste junge Spielerin und Hochstaplerin ihren Anteil von Dollar und Gefühl abzubekommen. Leider aber spielen ihr das Herz und ein netter Taxifahrer einen gehörigen Streich. Man driftet zur sogenannten ‚High Society‘ ab und spielt dort ‚Kleider machen Leute‘. Sie immer einen Schritt und ein patentes Wort voraus, er hechelt hinterher.

Ein amüsantes, durchtriebenes Spiel um Gauner und Lover, um unanständigen Wohlstand und anständige Spinnereien. „Midnight – Enthüllung um Mitternacht“ ist bestes, altes Kino, ist ein Zauber aus Verführung und Betrug, ist ein Chance und Vergnügen mit Claudette Colbert, Don Ameche, John Barrymore, Francis Lederer und Mary Astor. Virtuose, prächtige Unterhaltung (= 4 PÖNIs).