Metropolitan Kritik

METROPOLITAN“ von Whit Stillman (B+R; USA 1990; 98 Minuten; Start D: 06.12.1990).

Der ist Harvard- Absolvent und erzählt von seinesgleichen. Von einer jungen Freundesclique aus der intellektuellen, reichen New Yorker-Oberschicht. Man verbringt gemeinsam die Weihnachtsferien, veranstaltet täglich Partys, auf denen viel geredet und philosophiert wird. Zu diesem Kreis stößt ein Außenseiter mit geborgtem Smoking: Tom. Ein junger Bursche aus dem ärmeren West-Side-Viertel, der als „Exot“ eingemeindet wird. Man gibt sich kultiviert und zynisch und spricht gerne und ausdauernd über die Literatur und das Leben, über gesellschaftliche Moral und Ehre, über Politik und die Liebe. Gegen die haben sie kein Rezept, und die ersten Schmerzen lassen einige ganz schön ins Taumeln geraten. Nach dem Fest ist es mit der Gemeinsamkeit vorbei, jeder geht seine Wege, aus der scheinbar festen Gruppe werden wieder Privatbürger mit ganz egoistischen Interessen.

„Metropolitan“ sieht sich wie ein junges Woody Allen-Stück an. 8 Personen und ihr lärmender, geistreicher Diskurs über Sein und Schein. Ironisch werden die Umgangsformen der traditionellen amerikanischen Oberschicht vorgestellt und dabei amüsant und kess ritualisiert. Whit Stiliman beschreibt sie wie ein aussterbendes Naturvolk, wie charmante Figuren hinter Gitter, deren Beobachtung spaßig und distanziert zu genießen ist.

Ein kleiner, komödiantischer Treffer: “Metropolitan“ oder der diskrete Protz der jungen Bourgeoisie (= 3 PÖNIs).