Mein Freund Smitty Heimkino

Es gibt eigentlich keinen sehbaren Grund, sich diesen Film anzutun. Eigentlich:

MEIN FREUND SMITTY – EIN SOMMER VOLLER ABENTEUER“ von David M. Evans (USA 2011; B: Michael Baumgarten; K: Jayson Crothers; M: Phil Marshall; 91 Minuten; Heimkino-Veröffentlichung: 25.06.2015).

Eine amerikanische Family. Im Zwist. Beteiligte: Die alleinerziehende Mutter Amanda (MIRA SORVINO), Großvater Jack (PETER FONDA) und sein bockiger Enkel Ben (BRANDON TYLER RUSSELL). Weiterer Player: Mr. Smith (LOUIS GOSSETT, Jr.), Freund von Jack, der sich des verunsicherten, also arroganten Stadt-Boys Ben annimmt. DER hat nämlich (offensichtlich mal wieder) Mist gebaut, und die Jugend-Richterin (LOLITA DAVIDOVICH) verdonnert ihn zu einem dreimonatigen Aufenthalt auf der Farm von Jack. Was dem Bengel natürlich überhaupt nicht in den Alltagskram passt. Er hat ja auch noch nie seinen Grandpa kennenlernen dürfen. Von wegen, wir erinnern uns: In dieser Familie kriselt es. Beim Unter- beziehungsweise Miteinander. „Mein Haus, meine Regeln“, empfängt ihn Opa Jack. Und: „Ich bin dein Großvater, nicht dein Freund“. Das sorgt gleich für gute Stimmung. Und klare Verhältnisse.

Was dann folgt, ist nichts für Zuschauer mit erhöhtem Zuckerspiegel. Motto: Rührseligkeitsstufe 100. Kitsch as Kitsch can. 1.) Wenn Vater und Tochter heulen („Sind wir jetzt wieder gut?“). 2.) Wenn ein niedlicher Hund, genannt Dog, den der Alte dem Jungen – gegen dessen ausdrücklichem Willen („Mag keine Köter“) – aus dem Tierheim „besorgt“ hat , Traktor fährt und nebenbei, sozusagen, Ben sozialisiert, 3.) Peter Fonda spielt Gitarre.

Warum ich dennoch den Film hier erwähne? Einmal, weil ein niedlicher Struwel-Hund nett anzusehen ist, und zum anderen, weil so viele Stars in einer dermaßen filmischen Nichtigkeit zu sehen, erstaunt. Neugierig macht. Der ewige „Easy Rider“, Peter Fonda, Jahrgang 1940, gibt den mürrisch-coolen Oldie mit Herz. „Oscar“-Preisträgerin Mira Sorvino (Beste Nebendarstellerin in Woody Allens „Geliebte Aphrodite“),1996 vom US-Magazin „People“ zu einem der „50 schönsten Menschen der Welt“ gewählt, mit 43 Jahren immer noch Klasse ausschaut und die (zur Drehzeit) 75jährige ehemalige Action-Ikone, „Oscar“-Preisträger Louis Gossett, Jr. („Nebendarsteller“-Gewinner in „Ein Offizier und Gentleman“/1983), einen gutmütigen Freund und Lehrmeister für den Jungen mimt.

Das aber wäre vielleicht auch nicht der Rede wert, gäbe es da nicht diese imponierende verbale Schluss-Pointe, wenn es laut und deutlich wie verständlich tönt: „FALLS SIE ÜBERLEGEN, IHRE FAMILIE UM EINEN HUND ZU ERWEITERN, BESUCHEN SIE BITTE EIN TIERHEIM IN IHRER NÄHE UND SCHENKEN SIE EINEM HUND EIN NEUES ZUHAUSE. ERHALTEN SIE EIN LEBEN, ADOPTIEREN SIE EINEN HUND„.

Was zu sagen war. Beziehungsweise: Was man nicht oft genug sagen und empfehlen kann! Und sei es auch über solch ein Leichtgewicht von Süß-Kino.

Anbieter: „Koch Media“

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