Megavixens Kritik

MEGAVIXENS“ von Russ Meyer (B + R; USA 1970; 71 Minuten; Start D: 02.11.1989).

Der amerikanische Filmemacher RUSS MEYER wurde vor einigen Jahren auch hierzulande als d e r erotische B-Kultfilmer gehandelt. Der durch Werke wie “Die Satansweiber von Tittfield“. “Blumen ohne Duft“ oder “Im tiefen Tal der Superhexen“ bekannt gewordene Produzent, Autor, Kameramann, Regisseur und Klein-Darsteller behandelt in allen seinen Filmen im Grunde nur ein Thema und seine Manie: große Oberweiten. Über sein Art und Weise, Sex und Schrott schräg und schmutzig und direkt miteinander zu verbinden, sind ganze Bücher und wissenschaftliche Abhandlungen geschrieben worden. Cineasten in aller Welt interpretierten die unverblümte Art dieser fleischlichen Direktbetrachtung als die ‚hohe Kunst‘ des Dauerkampfes zwischen den Geschlechtern. Wobei die Frauen in den Russ Meyer-Filmen die eindeutig Stärkeren sind und fast immer dominieren.

Die Kerle dagegen entpuppen sich zumeist als laute Maulhelden, die, wenn‘s drauf ankommt, saft- und kraftlos umhertapern. Doch man kann die Filme des “König des Sexfilms“ natürlich auch ganz anders deuten. Als eine Art “bewegte ‘Playboy‘-Bilder“, als voyeuristische Kraftmeierei, als wirklichen Zelluloid-Müll. Jetzt kommt ein Streifen von 1969 in die Kinos, der tatsächlich weder witzige noch erotische noch originelle Elemente zeigt, sondern schlicht und ergreifend nur noch fürchterlich auf die Nerven fällt und langweilt: “Cherry, Harry und Raquel!“, bei uns spekulativ mit “MEGAVIXENS“ betitelt.

Darin geht es einmal mehr um Busen, Blut und Einöde. Meyer versammelte wieder einige seiner lieblichen Modelle, und die müssen einen Versuch von Krimi und Comic immer wieder durch ihre nackte Anwesenheit verschönern. Requisiten sind Autos, Boxhandschuhe, Indianer-. Federschmuck und viele, viele Worte, die keinen Sinn ergeben (= 1 PÖNI).