Lauf um Dein Leben – Vom Junkie zum Ironman Kritik

LAUF UM DEIN LEBEN – VOM JUNKIE ZUM IRONMAN“ von Adnan G. Klöse (Co-B+R; D 2007; 96 Minuten; Start D: 24.04.2008); ist der Debüt-Spielfilm des Autors, Schauspielers und Regisseurs, 1971 in Dinslaken-Lohberg geboren. Der zum Thema, „die spannendsten Geschichten schreibt bekanntlich das Leben selbst“, einen zwiespältigen Film geschaffen hat. Motto: Absicht gut, Ausführung „mit Schwächen“.

ANDREAS NIEDRIG (40) ist ein echter Ruhrpottjunge, stammt aus Oer-Erkenschwick. War einst ein hungriger Draufgänger, der (zu) schnell nach dem Leben SÜCHTIG wurde. Er hat geraucht, gesoffen, gekifft, geklaut und schließlich Heroin gespritzt. Dass er dabei nicht draufgegangen ist, grenzt an ein Wunder. Ebenso wie sein „2. Leben“ nach dem endgültigen Entzug. Wo er eine TRIATHLON-Karriere startete, die ihn bis in die Weltspitze führte (s. Titel). Wie aus einem ausgemergelten Junkie auf ebenso unglaubliche wie beeindruckende Weise ein erfolgreicher Spitzensportler wurde, schildert Andreas Niedrig in seiner Autobiographie „Vom Junkie zum Ironman“. Dieses Buch diente dem Film zur Vorlage.

MAX RIEMELT, aktuell auch in dem Film „Die Welle“ zu sehen, spielt diesen Typen, der Mitte der 90er Jahre wie ein Sport-As-Phönix aus der Asche aufstieg und dessen kaputte Rumtreiber-/Aussteigerallüren in den 80er Jahren allerdings gegenüber „dem Rest“ hier viel zu viel Platz + Zeit beanspruchen. Dadurch wird er dem EIGENTLICHEN Anliegen, die erstaunliche Entwicklung bzw. „Verwandlung/Umwandlung“, nicht gerecht. Das Motiv für die Entscheidung, fortan „anders“ leben zu wollen, bleibt ebenso vage wie der klarere Blick für die Überwindung der Sucht und die parallel verlaufenden Rückschläge. Ein paar Waldläufe mit dem Trainer, den UWE OCHSENKNECHT ziemlich eindimensional mit verkniffenem Pokerface und flockigen Sprüchen gibt, reichen nicht aus. Und ebenfalls viel zu flach gezeichnet/behauptet bleibt denn auch die wichtigste Bezugsperson von Andreas, Ehefrau Sabine (tapfer: Jasmin Schwiers), die trotz permanenter gegenteiliger Bekundungen den reumütigen Abhängigen immer wieder aufnimmt. Während die Dialoge ebenfalls ziemlich „überarbeitungswürdig“ sind.

In einer starken Nebenrolle überrascht dagegen Comedian AXEL STEIN (der „Hausmeister Krause“-Sohni) in einem ausdrucksstarken Charakter-Part als Kumpel Kurt. Vielversprechend, aber den Ansprüchen längst nicht genügend, einen spannenden Menschen-Stoff RICHTIG ANZUGEHEN und auszuschöpfen, lautet das Fazit über einen deutschen Film, bei dem einmal mehr WEIT MEHR drin steckte als nur die Story „als solche“ (= mit Magenschmerzen + wg. des Themas 3 PÖNIs).

= P.S.: TRIATHLON = 3,8 Kilometer Schwimmen; 180 Kilometer Radfahren, Marathonlauf von 42 Kilometer. =

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