DER KLANG DES HERZENS

DER KLANG DES HERZENS “ von Kirsten Sheridan (USA 2008; 114 Minuten; Start D: 13.12.2007);

das ist – nach „Disco Pigs“ (2000/unbekannt) – der zweite Spielfilm der Tochter des irischstämmigen Regisseurs Jim Sheridan („Mein linker Fuß“/1989; „Im Namen des Vaters“/1993/“Goldener Berlinale-Bär“). Der berühmte und vielfach verfilmte Charles-Dickens-Gesellschaftsroman „OLIVER TWIST“ (von 1837) stand dabei Pate: Denn Evan, der kleine Held dieser Geschichte, ist so eine Art Nachfahre des bekannten Straßenjungen Oliver. Er lebt in einem Waisenhaus, glaubt jedoch fest daran, daß „draußen“ seine Eltern auf ihn warten/ihn suchen. Als er adoptiert werden soll, büchst er aus. Landet im New York von heute und lauscht mit weit aufgesperrten Ohren den vielfältigen Geräuschen des Alltags. Während die U-Bahn rattert, Hunde bellen, der Verkehr rollt, die Menschen grummeln, entdeckt er keinen Lärm, sondern eine unvergleichliche MUSIKALITÄT. Evan ist ein Wunderkind, der noch aus jedem Lärm-Mucks Melodie & Rhytmus spürt. Binnen weniger Augenbblicke lernt er bei einem kleinen Straßenmusiker das Gitarrespielen wie weiland Jimi Hendrix. Was den Boß der Straßenkinder auf den Plan ruft. Er wittert das große Geschäft mit Evan. Und nennt ihn fortan August Rush.

Währenddessen machen sich seine Eltern, die hochbegabte Konzert-Cellistin Lyla und der irische Rock-Musiker Louis, die lange Zeit von SEINER Existenz nichts ahnten/wußten, TATSÄCHLICH auf die Suche nach ihm. Allerdings jeder Elternteil für sich, denn auch hier ist erst ein „(gar nicht) komplizierter Paar-Schicksals-/Liebeslauf“ umwegenhaft zu bewältigen. Vor der faszinierend-entspannten Kulisse New Yorks geht es um die MAGIE der Musik: Klassik/Rock & Gospel gehen eine grandiose Harmonie ein/bilden den zauberhaften Klang- Rahmen (Soundtrack von „Grammy“-Gewinner MARK MANCINA). Geht es um überlebensgroße Gefühle, derer man sich NICHT zu schämen braucht, zugleich mit einem wunderbaren SCHWUNG ver- bzw. ausgebreitet. Ein herrliches Melancholie-Melodram der Märchen-Spitzenklasse, mit großen Emotionen, als prima entwickeltes/getimtes Unterhaltungs-Kintopp-pur, mit viel Spannung, klasse Show-Teilen und schön-sensiblem Kitsch.

Ein 1 A-Feel-Good-Gänsehaut-Movie, weil die Darsteller prächtig mitmischen: Der heute 15jährige Briten-Bengel FREDDIE HIGHMORE setzt nach seinen Glanzauftritten in „Wenn Träume fliegen lernen“(2004/neben Kate Winslet + Johnny Depp) und „Charlie und die Schokoladenfabrik“ (2005/wieder mit Johnny Depp) eine neue überzeugend-berührende Herz-Schmerz-Leinwand-Pointe. Wie ER mit seinem kleinen Körper „spricht“/die großen (Lebens-)Gefühle auszudrücken weiß, das ist schon ebenso erstaunlich wie etwas Besonderes. Freddie Highmore „trägt“ das liebevolle Sentiment-Vergnügen voll und ganz, obwohl um ihn herum immerhin ausgezeichnete „atmosphärische Spitzenkräfte“ wie „Oscar“-Preisträger ROBIN WILLIAMS (als Kinder-Boß), KERI RUSSELL („An deiner Schulter“) als schöne Cellistin-Mama sowie JONATHAN RHYS MEYERS („Matchpoint“/Woody Allen) als aufgescheuchter, erwachsen werdender Rocker-Papa und TERENCE HOWARD (soeben in „Hunting Party – Wenn der Jäger zum Gejagten wird“/mit Richard Gere) ebenfalls pikobello-/feinfühlig–gut mitmischen. Toll: Gefühls-Kino vom Allerfeinsten (= 4 PÖNIS)!