JOHNNY ZIEHT IN DEN KRIEG

Es gibt Filme, die man wirklich NIE vergisst Die man vor vielen Jahren gesehen hat, die sich “für immer“ tief ins Gedächtnis gebohrt, die einen bleibenden wie erschütternden Eindruck hinterlassen haben. Um solch einen Klassiker handelt es sich bei dem 1971 entstandenen amerikanischen Antikriegsfilm

JOHNNY ZIEHT IN DEN KRIEG“ von DALTON TRUMBO (USA 1971; 111 Minuten; DVD-Veröffentlichung: 22.09.2006); einem “unamerikanischen Amerikaner“. Dalto
Trumbo: Geboren am 9. Dezember 1905 in Montrose/Colorado; machte sich als Journalist, Roman- und Drehbuchautor seit den frühen 30er Jahren einen Namen. Für seinen 1939 veröffentlichten Roman “Johnny Got his Gun“ wurde er mit einem großen Preis, dem Vorläufer des “National 600 Award“, ausgezeichnet (die deutsche Ausgabe erschien erstmals 1962 unter dem Titel “Süß und ehrenvoll“; seit 1985 wird der Roman vom “Eichborn-Verlag“ unter dem Titel “Johnny zieht in den Krieg“ angeboten). 1947 wurde er, der 1943 der Kommunistischen Partei beigetreten war, vor das “Komitee für unamerikanische Aktivitäten“ des Senators McCarthy geladen, verweigerte dort die Aussage, wurde wegen “Missachtung des Kongresses“ verurteilt, verbrachte daraufhin 11 Monate im Gefängnis und wurde auf die “Schwarze Liste“ Hollywoods gesetzt. Schrieb daraufhin jahrelang Drehbücher unter einem Pseudonym (“Robert Rieb“), wird “so“ zum 2fachen “Oscar“-Preisträger (für “Ein Herz und eine Krone“ + “Roter Staub“).

Für die Verfilmung seines ’39er Romans ist ursprünglich Luis Bunuel vorgesehen, doch finanzielle Gründe zwingen Trumbo, den Film, zu dem er natürlich das Drehbuch verfasst hat, auch selbst zu inszenieren:
“Wenn dein Land dich braucht, musst du gehen“, sagt Joe Bonham seiner weinenden Freundin Karen am Bahnhof, bevor er als einer von tausenden junger Amerikaner in den Zug steigt, um als Soldat im Ersten Weltkrieg seine Pflicht zu erfüllen. Joe wird durch eine explodierende Granate schwer verwundet. Überlebt als Torso: Mit zerstörtem Gesicht, ohne Arme und Beine, der Rumpf ohne Augen, Nase, Mund und Ohren. Nur das Gehirn funktioniert noch. Die Arzte entscheiden, den jungen Soldaten für Experimente künstlich am Leben zu erhalten, Sie glauben, dass Joe in keiner Weise registriert/registrieren kann, was um ihn herum geschieht, und legen ihn in die Abstellkammer des Lazaretts. Doch Joe “lebt“, er fühlt, denkt, erinnert sich. Erkennt nach einiger Zeit seinen hoffnungslosen Zustand und nimmt Kontakt zur Umwelt auf. Eine Krankenschwester wird auf ihn “aufmerksam“, beginnt mit ihm zu kommunizieren, kann jedoch seinen Wunsch, “endgültig“ sterben zu dürfen, aber nicht erfüllen: Für die Ärzteschaft ist er “zu wertvoll“.

Ein unglaublich EINDRINGLICHER, SCHOCKIERENDER, tief unter die Haut gehender Protest-Film. Auf derselben Qualitätsstufe befindend wie d e r Klassiker des Genres überhaupt “IM WESTEN NICHTS NEUES“ von 1930, nach Erich Maria Remarque. Mit TIMOTHY BUTTOMS in der Haupt- bzw. Titelrolle sowie Kathy Fields, Marsha Hunt, Jason Robards und Donald Sutherland als Jesus. Die Rockband “Metallica“ wurde durch den Film zu dem Song “One“ inspiriert und verwendete Szenen aus dem Film für das Musikvideo. Die Szenen mit Jesus Christus stammen aus Bunuels Feder, während Dalton Trumbo selbst kurz in einer
Traumsequenz zu sehen ist.

“Eine erschütternde Meditation über das Leben“ nennt das “Lexikon des Internationalen Films“ dieses Meisterwerk, das 1971- allerdings erst auf Intervention von Jean Renoir, Luis Bunuel und Otto Preminger – in das Offizielle Programm der Filmfestspiele von Cannes aufgenommen wurde und dort mit dem “Großen Preis der
Jury“ (sowie mit dem “Preis der Internationalen Filmkritik“) ausgezeichnet wurde.
Hierzulande kam der Film nie “richtig“ ins Kino, sondern lief erstmals am 11. März 1973 in der ARD. Es ist einer der wichtigsten/bedeutendsten Filme, die je gedreht wurden, „passt“
thematisch in diese Gedanken-Tage zwischen Volkstrauertag + Totensonntag und erweist sich auch auf DVD als verrückt-machend aktuell. (Wenigstens)einmal im Leben sollte man diesen TATSÄCHLICHEN Antikriegsfilm gesehen/erlebt haben müssen.

Anbieter: “Kinowelt Home Entertainment“