Jack Palance

JACK PALANCE zum 80. Geburtstag (18.02.1999)

Das Gesicht, mit dem er berühmt wurde, hat Jack Palance nicht mit auf die Welt gebracht. Im Zweiten Weltkrieg erlitt als Bomberpilot schwere Verbrennungen, und die Chirurgen schufen in vielen Operationen die ausgemergelten Züge, mit denen er seit 1950 weltberühmt wurde.

Er hieß auch nicht Jack Palance, als er am 18. Februar 1919 als Sohn ukrainischer Einwanderer in Pennsylvania zur Welt kam, sondern Walter Palahniuk. Mit seinem Vater arbeitete er zunächst im Kohlebergwerk, bis er als ausgezeichneter Athlet studieren konnte – Journalismus und Schauspiel. Zwischendurch verdiente er auch als Profiboxer sein Geld.

„Ich weiß nicht, warum mich alle für ein Symbol des Wilden Westens halten“, sagte er einmal – von meinen mindestens 125 Filmen waren allenfalls sechs oder sieben Western“. Aber Palance neigt zu Formulierungen, die eher für Anekdoten als für Statistiken geeignet sinnd: Er hat in wesentlich mehr Filmen des Genres eindrucksvolle, Rollen gespielt, auch in ‚Spaghetti-Western‘, die in Italien, Spanien oder Brasilien gedreht wurden, z.B. „Zwei Companeros“ von Sergio Corbucci/1970).

Seine Filmographie umfasst über 100 Filme, darunter: „Unter Geheimbefehl“ von Elia Kazan (1950), „Mein großer Freund Shane“ von George Stevens (1953), „Attila, der Hunnenkönig“ von Douglas Sirk (1954), „Barabbas“ von Richard Fleischer (1962), „Le Mépris – Die Verachtung“ von Jean-Luc Godard (1962), „Mercenario, der Gefürchtete“ von Sergio Corbucci (1970), „Monte Walsh“ von William A. Fraker (1970) und „Out Of Rosenheim“ von Percy Adlon (1987).

1992 gewann er einen Oscar als bester Nebendarsteller für seinen trockenen alten Cowboy in der Komödie „City Slickers – Die Großstadt-Helden“ von Ron Underwood. Der Alte bedankte sich strahlend mit einarmigen Liegestützen auf der Bühne – Billy Crystal als Conférencier war fassungslos und machte den ganzen weiteren Abend lang Witze, in denen seine Bewunderung für Palance durchschien.

Zweimal war er vorher schon für den Oscar nominiert worden, für „Dirty Harry kommt zurück“ 1952 und ein Jahr später für „Mein großer Freund Shane“. In Hollywood war er nach einigen Jahren am Theater angekommen. Am New Yorker Broadway hatte er unter der Regie von Elia Kazan Marion Brando in der Original-Produktion von Tennessee Williams‘ „Endstation Sehnsucht“ ersetzt. Und Kazan, der Meisterregisseur, brachte ihn in Hollywood in „Unter Geheimbefehl“. auch als den Gangster heraus, der mit der Pest infiziert ist und Furcht und Schrecken verbreitet.

In Kino- und TV-Filmen hat er Dracula gespielt, den Hunnenkönig Attila , Fidel Castro in „Che“ und den geschlagenen, aber nicht besiegten Boxer in „Die Faust im Gesicht“, für den er einen Emmy­ Preis erhielt. „Wenn ein Schauspieler Glück hat, erhält er gute Rollen, und wenn das passiert, wird er es auch gut machen“, sagte er einmal.

Wenn er keine guten Rollen erhielt, ritt er auf seiner Rinderfarm Kalifornien. Sein Sohn Cody, der sich wie seine Tochter Holly ebenfalls der Schauspielerei zuwandte, leitet sie seit langem.
Zweimal geschieden, schrieb der Senior Gedichte und Bücher – „…seit einem Studium habe ich immer geschrieben.“ – vor allem poetisch über die Liebe.

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