Insel der Frauen Kinokritik

INSEL DER FRAUEN“ von Paul Cox (B+R; Australien 1989; 93 Minuten; Start D: 1990)

Blauer Himmel, blaues Meer und dazwischen eine kleine Insel mit weißgetünchten Häusern und Kapellen. Die Wellen brechen sich an der Küste, die Vögel kreisen über dem höchsten Dach.
Aber der Schein trügt: “Insel der Frauen“ von Paul Cox ist kein unbeschwerter Touristen Film.

Die Geschichte spielt auf einer abgelegenen griechischen Insel.
Die Saison ist längst vorbei, die Touristen sind alle weg. Außer den Einheimischen gibt es nur noch zwei Frauen auf der Insel, die aus dem Ausland kommen: Sahana aus Sri Lanka und Eva aus Australien. Beide Frauen haben Probleme. Sahana ist der Mann weggelaufen und Eva ist ihrem Mann weggelaufen. Sahana betet und singt den ganzen Tag, Eva war lange heroinsüchtig und versucht, in der Abgeschiedenheit davon loszukommen.
Und noch eine dritte Frau kommt dazu: Marquise. Auch Marquise hatte viel Pech im Leben, aber sie ist Schwierigkeiten gewohnt. Eine harte, aber herzliche Frau, die die beiden anderen Frauen durch ihre Wärme zusammenhält.
Bei ihr suchen die Leute Geborgenheit, sie symbolisiert Bodenständigkeit. Aber sie verkörpert auch Wahrheit und Ehrlichkeit. Marquise ist eine Frau, vor der man keine Geheimnisse haben kann, die aber auch selbst keine hat.

IRENE PAPAS als Marquise, bekannt seit „Alexis Sorbas“ ist der Star im Film „Insel der Frauen“. Aber die Hauptrolle spielt die Insel selbst, die Natur, die Wellen und der Himmel. Es ist ein Film mit krassen Gegensätzen: hier, die ursprüngliche und gewaltige Natur, dort die Frauen, die fast an ihren Sorgen zerbrechen. Dazwischen die Einheimischen, die abgeschieden von der Welt,.
ihre eigene funktionierende Gesellschaft haben.

“Insel der Frauen“ ist ein poetischer Film über Einsamkeit und Existenzangst, aber auch über zaghafte Freundschaften und Hoffnungen. Und vor allem: Ein Film mit Irene Papas (= 4 PÖNIs)!

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