IN DEN SCHUHEN MEINER SCHWESTER

IN DEN SCHUHEN MEINER SCHWESTER“ von Curtis Hanson (USA/D 2005; 130 min; Start D: 10.11.2005); Jahrgang `45, einem renommierten Hollywod-Regisseur, der sich mit spannenden Qualitätsfilmen wie „Das Schlafzimmerfenster“ (1987), „Die Hand an der Wiege“ (1992), „L.A. Confidential“ (1997/ 9 „Oscar“-Nominierungen“), „Die Wonder Boys“ (mit Michael Douglas/ebenfalls mehrere „Oscar“-Nominierungen/“Oscar“ für Bob Dylan/“Bester Song“), „8 Mile“ (mit Eminem) einen (sehr) guten Namen gemacht hat. Hier hat er – basierend auf dem Bestsellerroman „In Her Shoes“ von Jennifer Weiner aus dem Jahr 2002 – einen reinen FRAUENFILM geschaffen: Über zwei Schwestern, die unterschiedlicher gar nicht sein können. Hier die flippige, lebenslustige und ziemlich oberflächliche Party- Blondine Meggie, dort die eher unterkühlt wirkende, karriere-orientierte Anwältin Rose, deren einziger Spaß darin besteht, andauernd-ausdauernd „exzentrische“ Schuhe einzukaufen.

Der Film beschreibt beider neuer Identitätsfindung, wobei „Oma“ SHIRLEY MacLAINE eine erhebliche Rolle dabei spielt. Großes, emotionales Komödien- und Darstellerinnen-Kino: Das Sonst-So-Dauer-Grinse-Blondchen CAMERON DIAZ („Verrückt nach Mary“) zeigt sich hier erstmals als beeindruckende CHARAKTER-Schauspielerin, die ihren Klischee-Typ kräftig anpikst, während die bislang viel zu „nebensächlich“ behandelte und beachtete Australierin TONI COLLETTE („Muriels Hochzeit“; „Sixth Sense“/die Mutter des Jungen, der Tote sieht und hört; „About A Boy“/die verhuschte Hippie-Mutter des Jungen, der Hugh Grant nervt) hier endlich ihren verdienten internationalen Durchbruch hat. Ein gescheites Drehbuch, mit hübschen Pointen, bei denen es prickelnd-vergnüglich menschelt, großartige Schauspielerinnen, tragik-komische Gefühle-pur: Prima Unterhaltungskino, an dem auch Kerle ihren Spaß haben sollten (= 4 PÖNIs).