IN MY ROOM

„IN MY ROOM“ von Ulrich Köhler (B+ R; D 2017; K: Patrick Orth; 120 Minuten); ein neuer Film aus der so genannten „Berliner Schule“. Diese weist vieles anders an als sonst: Das Geschehen hat viel langsamer, betulicher abzulaufen; Worte katapultieren sich zum tönenden Papperlapapp, also zum leeren Gerede; wenn einer pinkeln muss, muss das auch in voller Länge gezeigt werden; ansonsten wird gegenseitiges Anstinken gerne ausgebreitet.

Der neue Film des Marburgers ULRICH KÖHLER – davor: „Schlafkrankheit“/2011; der Titel ist Programm – zieht sich etwas aus dieser starren Nische. Hat zwar auch einen langen, langsamen, muffigen Spielfilm-Beginn, Motto: zu Besuch bei der drögen Provinz-Kleinbürger-Familie (auf die natürlich weitgehend herabzusehen ist), steigert sich dann aber zumindest phantasievoll. Armin (HANS LÖW) ist über Nacht der letzte Mensch auf der Welt. Alle sind weg (bis auf die tote Oma), und er kann sich endlich „verwirklichen“. Kann machen, bestimmen, was er für richtig hält. Die absolute Freiheit. Die „geöffneten“ Läden in der Region „füttern“ ihn; mit Motorroller oder Sportwagen wird herum-gedüst; es folgt Hausbau mit Ackerbau und Viehzucht. Das Paradies für einen Solisten. Und irgendwann taucht für den „Adam“ auch eine „Eva“ (ELENA RADONICICH) auf. Man… macht, aber wie schon im paradiesischen Damals, es klappt nicht wirklich. Denn SIE will keine Bindung. Alter „Me Too“-Schwede. Haste Pech gehabt. Und die „Pet Shop Boys“ singen: „Later Tonight“.

Und ich soll mich fragen, was ich denn an Armins Stelle machen, also veranstalten würde? Ich würde es allen Tieren gut gehen lassen und viel ins Kino düsen. Geht ja heutzutage irgendwie automatisch. Dort. Und die Videothek plündern. So was in der Art. Und wenn tatsächlich ein junges Mädel vorbeikommen würde, nein… das lassen wir hier lieber.

Was für ein mühevoller neuer deutscher Film nach dem wiederholten „Berliner“-Motto: Gepriesen sei die Langeweile. Aber – mein Desinteresse war nicht ganz. So vorhanden. Wie sonst (= 2 PÖNIs).