IMMENHOF – DAS ABENTEUER EINES SOMMERS

„IMMENHOF – DAS ABENTEUER EINES SOMMERS“ von Sharon von Wietersheim (B, Co-Produzentin + R; D/Belgien 2018; K: Friede Clausz; M: Hannes De Maeyer; 105 Minuten; deutscher Kino-Start: 17.01.2019); die 5 „Immenhof“-Filme zwischen 1955/1956 („Die Mädels vom Immenhof“; „Hochzeit auf Immenhof“) und 1957 („Ferien auf Immenhof“) sowie von 1973 („Die Zwillinge vom Immenhof“) und 1974 („Frühling auf Immenhof“) waren große deutsche Nachkriegsfilmerfolge an der Kinokasse. Sie laufen auch heute immer wieder im Fernsehen. Motto der schnulzigen, tierischen Landschafts-Leichtgewichte: Die liebliche heile Abseits-Welt propagieren. Mit kleinen Problemchen gewürzt. Stichwort: Zwischen Herzschmerz und Pleitegeier.

Heuer die Neuauflage. Was bzw. wen haben wir? Auf der linken Landschaftsseite befindet sich der tierische Gnadenhof der netten Familie Jansen & Friends. Der Immenhof um die engagierte 23-jährige Chefin Charly (LAURA BERLIN), die nach dem Tod des Vaters sich nicht nur um ihre minderjährigen Schwestern Lou (LEIA HOLTWICK) und Emmie (Ella Päffgen) kümmert, sondern auch um den Fortbestand des gesamten Tierpflege-Hofes. Was nicht ganz einfach ist und eher schlimmer wird, weil sich rechts der garstige Kapitalist Jochen Mallinckroth (HEINER LAUTERBACH) aufführt wie die Axt im Walde. Ihn, den Geldgeier, nervt Immenhof, und er möchte ihn sich einverleiben, besser: kaputt-machen. Ebenso wie seine blöde blonde Pferdetrainerin Runa (VALERIE HUBER), eine typisch-arrogante, herablassende Dumm-Blond-Vertreterin. Dies ist der „Zündstoff“ dieses lieblichen Streifens, der dann auch von einem traumatisierten wilden Hit-Renn-Pferd handelt, Cagliostro, das man bei Reichens nicht unter Kontrolle kriegt. Also wird Lou benötigt, die Pferdeflüsterin vom Immenhof. Die will ihre geliebte Stute Holly zurückhaben und lässt sich auf einen Deal ein. Obwohl sie sich gerade auch in den coolen, angeberischen 19-jährigen Berliner YouTuber Leon (Moritz Bäckerling) verguckt hat, der auf dem Immenhof seine Sozialstunden ableisten muss. Was wiederum Lous Verehrer, dem sensiblen Matz aus der Nachbarschaft (Rafael Gareisen), gar nicht gefällt.

Und dann taucht auch zweimal völlig unverhofft WOTAN WILKE MÖHRING auf, im Presseheft steht, er spielt einen Rudolf Grunert, im Film ist er aber ohne nähere Identitätsbeschreibung gewichtet; da haben die Autoren-Regisseurin Sharon von Wietersheim  („Workaholic“/1996) und der für den Schnitt verantwortliche Charles Ladmiral aber mächtig gepatzt. Und auch das Ende ist ziemlich verwässert, wenn die fiese Blonde plötzlich weich-gezeichnet wird.

Was die wunderbaren Pferde und ihre Betrachtungen betrifft: 5 PÖNIs, wenn es um Inhalt & Story geht 2, also abgerundet insgesamt 3 PÖNIs.