HELL – DIE SONNE WIRD EUCH VERBRENNEN

HELL – DIE SONNE WIRD EUCH VERBRENNEN“ von Tim Fehlbaum (Co-B+R; D 2010; 89 Minuten; Start D: 22.09.2011); der 1982 in Basel geborene Autoren-Filmer hat von 2002 bis 2009 an der HFF in München Regie studiert. Sein Debüt ist das respektable Wagnis an einem deutschen Genre-Stoff, der natürlich aus unzähligen Hollywood-Produktionen bekannt ist. Stichwort: Die Erde ist verbrannt. Auch bei uns. In Deutschland. 2016 geht auch hier alles den Lebensbach ‚runter. Eine Schicksalsgemeinschaft von drei unterschiedlichen Typen – der Ängstliche, sein toughes Mädel mit ihrer kleinen Schwester – haben sich in einem klapprigen Vehikel in Richtung Berge aufgemacht, wo es noch Wasser geben soll. Unterwegs stößt noch „der Harte“ dazu. Der vermag nämlich das Auto zu reparieren und scheint überhaupt „erfahren“ zu sein im Umgang mit der Apokalypse. Doch dann bekommt die Vierer-Zweckgemeinschaft natürlich Stress. Mit einer dumpfen, schmutzigen Inzucht-Sippe, die Menschen entführt. Um mit ihnen ihren Erhalt „zu sichern“. Sowohl als irdische Existenz wie auch als Nahrung. Weil „bei den Guten“ die Kerle ausgedient haben, soll, muss Marie (HANNAH HERZSPRUNG) es richten.

Deutscher Science Fiction-Thriller mit Horror-Motiven. Als Endzeit-Kammerspiel. Handwerklich ordentlich gemacht. Vor allem optisch. Mit namhaften Akteuren wie Hannah Herzsprung („Vier Minuten“), Lars Erdinger („Alle Anderen“) und immerhin mal wieder ANGELA WINKLER („Die verlorene Ehre der Katharina Blum“). Als Chef-Bäuerin Elisabeth. Die dann ihre „eigenwilligen Methoden“ zur familiären Nahrungsgewinnung ausführlich erklären darf. In der näheren Beschreibung der Typen allerdings tut sich der Film schwer. Wirkt desinteressiert. Beziehungsweise voll klischeebeladen. Eigenprofillos. Jeder ist „so“ wie er sich von Anfang an zeigt. Bewegt. Orientiert. Ohne Überraschungen. Man kriegt „zu denen“ keine emotionale Nähe. Beziehung. Achselzucken. Mit Langeweile-Charme. Richtige, coole (An-)Spannung sieht besser aus.
Was aber nicht verwundert, ist doch hier Roland Emmerich als „Executive Producer“ mit-beteiligt. Und DER hat sich bislang immer mehr mit „dem Äußeren“ als mit Charakter-Profilen hervorgetan. Tim Fehlbaum sollte das künftig ändern (= 2 ½ PÖNIs).