FINAL SCORE

„FINAL SCORE“ von Scott Mann (GB/USA 2016; B: David T. Lynch, Keith Lynch, Jonathan Frank; K: Emil Topuzov; M: James Edward Barker, Tim Despic; 105 Minuten; deutscher Heimkino-Start: 22.05.2019); der letzte Sonnabend, 18.05.2019, war ein stimmungsintensiver Samstag. Erst sorgte das „österreichische“ Ibiza-Polit-Video für köstliche Häme, dann allerdings sank die Laune beträchtlich, weil der FC Bayern München zum gefühlten 700. Male hintereinander die Deutsche Meisterschaft gewann (weil Borussia Dortmund nach imponierendem Saison-Anfang mit ihrem nicht sehr meisterlichen Trainer Lucien Favre zu oft – lächerlich – schwächelte), und dann war dieses TV-Affen-Theater, genannt „Eurovision Song Contest“, wieder nur obergrotten-peinlich. Am Ende eines langen Tages wollte ich mir schließlich einen akzeptablen neuen Heimkino-Spielfilm reinpfeifen, was ich dann auch getan habe, allerdings – DER war/ist alles andere als akzeptabel, sondern nur spannender Action-Schrott.

Zudem – mit PIERCE BROSNAN dafür groß auf dem Cover zu werben, ist ein Witz, denn der Ex-Bond mimt hier höchstens zehn Minuten und dann ziemlich leblos mit. Tritt hier sozusagen nur in einer schweigsamen Neben-Nebenrolle auf. Was aber sowieso völlig egal ist, denn dieser ganze Action-Stuss punktet sowieso überhaupt nicht über Figuren oder gar Charaktere, sondern nur über krachende Bewegungen und reichlich brutale Tötungsvorgänge.

Überhaupt – von einem passablen Story-Inhalt hier zu sprechen, wäre: Unfug auszubreiten. Die Drehbuch-Autoren haben so etwas von einem dünnen Quatsch mühsam zusammengebastelt, dass man sich nicht die Mühe machen sollte, irgendeine Plausibilität zu deuten. Einfach Laufen-Lassen, lautet das Motto für: „Russland“, Rebellion, ein Brüder-Anführer-Paar, wobei der eine (Brosnan) sich für tot erklären und gesichtsmäßig „ummodeln“ ließ (heißt es), um künftig seine private Ruhe zu genießen. Oder so ähnlich. Beziehungsweise: alles völlig egal. Im Jetzt befinden wir uns in London. Wo sich die simple Handlung an einen Mucki-Buden-Typ und Ex-Afghanistan-US-Militär namens Michael Knox hochzieht (gespielt vom Ex-US-Wrestler DAVE BAUTISTA, der seit 2014 als Schau-Spieler tätig ist (zuletzt mimte er Drax, den Zerstörer in „Avengers: Endgame“). Der ist auf Besuch bei seiner verwitweten Schwägerin in London und geht mit seiner aufmüpfige Teenie-Nichte Danni (LARA PEAKE), kein unbedingt sehr helles junges Fräulein, zu einem abendlichen Fußballspiel in den Upton Park, wo West Ham United vor 35.000 Zuschauern gegen eine russische “Dynamo“-Mannschaft spielt (spielte, bis Mai 2016, dann wurde die Stätte bekanntlich abgerissen = was – als Teilabriss – schließlich fürs Film-Finale mit-verwandt wird). Als Danni wegen hormonellen Schüben verschwindet, macht sich Michael auf die Suche. Kann ja nicht so schwer sein, in einem ausverkauften Stadion eine aufsässige Göre zu finden. Doch weil Terroristen gerade dabei sind, das Stadion-Publikum als Geisel zu nehmen, weil der Russen-Bruder A (RAY STEVENSON) seinen – aha – einst doch nicht verstorbenen Bruder B (Brosnan) unbedingt „benötigt“, mutiert Michael Knox zu einer D-Kopie der legendären Bruce Willis‘ Figur John McClane in „Stirb langsam“ (s. Kino-KRITIK). Denn um nichts anderes geht es hier als „Stirb langsam“ – primitiv aufgemotzt – nachzuäffen. Regisseur Scott Mann, der mit dem Brutalo-Reißer „The Tournament“ (s. Heimkino-KRITIK) 2009 debütierte und vor einiger Zeit mit Robert De Niro für Pikobello-Heimkino-Spannungsstimmung mit „Die Entführung von Bus 657“ sorgte (s. Heimkino-KRITIK), bedient hier nur ein künstlich aufgeregtes, plumpes 08/15-Action-Gewusel von der Klischee-Stange: Mit einem „Guten“ gegen viele Schurken. In Großbritannien avancierte dieser Film zum Total-Flop im Kino.

Wobei die Kampf-Motive und die technischen Sperenzien ebenso rüde wie spannend inszeniert wurden. Michael-Dave darf die Bösen dutzendweise ausschalten, killen, wobei DIE natürlich darüber erstaunt sind, dass ihnen ein Einzelner solche verheerenden und personell dezimierenden Schwierigkeiten bereitet. Während für „Komik“ ein indisch-stämmiger Stadion-Mitarbeiter namens Faisal Khan (AMIT SHAH) sorgt. Na ja. Der Rest ist Fighting-Choreographie mit dem üblichen Zwischendurch-Gequatsche. Und mit blutigen Unwahrscheinlichkeiten wie gehabt: „Final Score“ ist ein Radau-Jux, den man mit begleitenden Getränken und dann apathisch-angesoffen im Wohnzimmer über sich so la-la ergehen lassen kann (= 2 ½ PÖNIs).

Anbieter: „NEW KSM“.

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