Happy New Year Kritik

HAPPY NEW YEAR“ von Garry Marshall (USA 2011; 118 Minuten; Start D: 08.12.2011); der neulich, am 11. November, 77 Jahre alt gewordene New Yorker Regisseur hat den zeitlosen Komödien-Klassiker „Pretty Woman“ (1990/mit Julia Roberts + Richard Gere) geschaffen. Hat tolle U-Filme, Unterhaltungsfilme wie „Overboard – Ein Goldfisch fällt ins Wasser“ (1987/Goldie Hawn), „Freundinnen“ (1988/Bette Midler) und „Frankie + Johnny“ (1991/Al Pacino + Michelle Pfeifer) inszeniert. Kann auf Hits wie „Die Braut, die sich nicht traut“ (1999/wieder Julia Roberts + Richard Gere) und die beiden „Plötzlich Prinzessin“-Süßigkeiten (2001 + 2004, mit Anne Hathaway) verweisen. Ein erfahrener Spielleiter für Komödien also. Den dann aber vor zwei Jahren das Glück verließ. Mit dem völlig missratenden Star-Geplapper-Schnipsel-Kintopp „VALENTINSTAG“ (s. KRITIK/1 PÖNI). Trotz riesiger Star-Besetzung war dies nur eine lahme, fade Pusteblumen-Show.
Und jetzt die Fortführung. Nicht als Fortsetzung, sondern in derselben Machart. Als episodenhaftes Häppchen-Gemurkse. Wieder nach einem Drehbuch der „Valentinstag“-Autorin Katherine Fugate. Mit viel aufgesetzter Gefühlsduselei. Vorwiegend fröhlich, aber dann auch konstruiert traurig. Doof. Wenn Robert De Niro in der Silvesternacht stirbt.

„New Year’s Eve“, also Silvester: Da ist was los. In New York. In der ganzen Metropole. Die Menschen wollen ausgiebig feiern. Öffentlich, am überfüllten Times Square, wie privat. In den Wohnstuben, Restaurants, Bars, Clubs, aber auch –notgedrungen – im festsitzenden Fahrstuhl. Hier nun „zerren“ und „gurren“ sie. Jung mit Jung, Jung (ZAC EFRON) mit älterer Mausgrau-Büromieze (MICHELLE PFEIFFER), die gerade ihrem Sackgesicht von Geiz-Chef (JOHN LITHGOW) gekündigt hat. Auf wie hinter der Bühne. Wo JON BON JOVI als Pop-Mogul Jensen bemüht ist, seine Catering-Blondine Laura alias KATHERINE HEIGL neu zu umwerben. (Vor einem Jahr hatte er sie noch in der Silvesternacht verlassen. Von wg. Bindungsängste. Jetzt aber will er `ran. SIE, offensichtlich immer noch solo, gibt sich natürlich verzickt. Erst mal. Während er lächelnd ständig baggert).

Währenddessen liegt Stan Harris (ROBERT DE NIRO) krebsverseucht im Hospital und will unbedingt nochmal „Silvester“ sehen. Erleben. Mit HALLE BERRY hat er aber auch eine so etwas von attraktiver, zugänglicher Krankenschwester zur Seite. Die dann, kurz vor Mitternacht, über Bildtelefon ihren Lover anruft. Der ist gerade in Afghanistan. Im Militäreinsatz. Zeigt Uniform und Bestürzung. Zugleich im Erdgeschoss des Krankenhauses: Zwei Ehepaare kabbeln sich. Thema: Wessen Kind wird das Erstgeborene im Neuen Jahr. 25.000 Dollar sind ausgeschrieben. „Dafür“. Übrigens – JESSICA BIEL mischt hier mit. Und: Einer der Väter ist TIL SCHWEIGER. (Sein erster amerikanischer Film nach langer Zeit, wo er mal nicht erschossen wird). Die süße Mini-Braut und Background-Sängerin LEA MICHELE hat das Pech, ausgerechnet mit Charme-Dödel und Silvester-Hasser ASHTON KUTCHER im Fahrstuhl festzusitzen. Während SARA JESSICA PARKER einmal mehr in hohen Absätzen und Sack-Kleid herumflitzt, um ihre abgehauene minderjährige Tochter in dem Getümmel zu suchen.

Und…und…und so weiter. Und sofort. Ein paar Momente hier, einige Augenblicke dort. Nichts Dolles. Oder Tolles. Oder Ganzes. Oder Tiefes. Oder Berührendes. Oder Gagiges. Pointiertes. Nö: Man plustert sich kurz auf, um dann nur buntes Bla-Bla-Bla auszuatmen. Motto: Wenn Stars für Garry Marshall schnell mal posieren.

Fazit: Ebenso dröge abplappernd wie aufgesetzt wirkend. Diese Spiel-Spaß-Lustichkeit ist völlig witzlos. Oder wie HILLARY SWANK als Feten-Managerin es einmal formuliert: „Leute, wir stecken fest“. Ziemlich nervtötend-dusslig sogar (= 1 ½ PÖNIs).

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