Good Night, and Good Luck Kritik

GOOD NIGHT, AND GOOD LUCK“ (USA 2005; 93 Minuten; Start D: 06.04.2006) von GEORGE CLOONEY, der ja bekanntlich in diesem Jahr seinen ersten „Oscar“ (als „bester Nebendarsteller“ in „Syriana“) bekommen hat und hier als Co–Autor, Regisseur und Nebendarsteller fungiert. Der 44jährige Hollywood-Star („Oceans`s Eleven“) hat hier, gemeinsam mit seinem Produktions-Partner und Regie-Kollegen Steven Soderbergh („Trafic – Macht des Kartells“, „Erin Brockovich“), nach „Geständnisse – Confessions of a Dangerous Mind“/2002) seinen 2., mehrfach „Oscar“-nominierten Regie-Film vorgelegt: Eine Hommage an den US-Journalisten EDWARD R. MURROW.

Der mit den titelgebenden Worten in den 50er Jahren seine Nachrichtensendungen beim TV-Giganten CBS stets beendete. Und der sich mit einem Team von couragierten, liberalen Kollegen/Innen damals dem Selbstermächtigungswahn des Senators und Kommunistenjägers (und mächtigen Vorsitzenden des Ausschusses für „unamerikanische Umtriebe“) JOSEPH McCARTHY entgegenstellte. Trotz diverser Attacken und Einschüchterungsversuche von Seiten der Politik und aus der eigenen Chef-Etage (auf Druck der „Sponsoren“) wird Murrow zur Ikone des standfesten Reporters, der das journalistische Ethos verteidigt und GEGEN DIE OBERFLÄCHLICHKEIT UND MANIPULATION des Fernsehens erfolgreich zu Felde zieht.

Der 93minütige Film ist in strengem Schwarz-Weiß gedreht und mit ausgezeichneten Schauspielern wie Robert Downey Jr., Jeff Daniels, Patricia Clarkson, Ray Wise und Frank Langella besetzt. In der Hauptrolle allerdings dominiert der bislang eher „unauffällige“ DAVID STRATHAIRN, dessen darstellerische Kraft und Präsenz beeindrucken und berühren.

Die „Oscar“-Nominierung dieses 1949 in San Franzisco geborenen Mimen in diesem Jahr war vollauf gerechtfertigt. Er ist ebenso genial wie der brillante Schachzug seines Regisseurs Clooney es ist: Der lässt hier nämlich McCarthy sich quasi selbst spielen, indem er Archivmaterial von dessen realen Fernsehauftritten in das spannende Drama um Zensur und Medienfreiheit kongenial einfügte. Was diesem großartigen Film ein hohes Maß an Wahrhaftigkeit und Authentizität verleiht. Was aber letztlich den Betrachter so VERRÜCKT werden lässt, ist das triumphale wie dann aber auch bestürzende Gefühl am Film-Ende: Man ist absolut sicher, soeben auch einen ganz AKTUELLEN Film gesehen/erlebt/entdeckt zu haben…(= 4½ PÖNIs).

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