Goodbye Bafana Kritik

GOODBYE BAFANA“ (D/Fr/Belgien/Südafrika/It/GB/Luxemburg 2006; 140 Minuten; Start D: 12.04.2007) von Bille August, Däne vom Jahrgang ´48, der sich seit vielen Jahren auf internationalen Produktionsplätzen tummelt und sich mit Filmen wie „Pelle, der Eroberer“ (1987/“Goldene Palme“ von Cannes; „Oscar“ + „Golden Globe“ als „bester fremdsprachiger Film“); „Das Geisterhaus“/1993) sowie „Fräulein Smillas Gespür für Schnee“/1996) einen guten Namen gemacht hat.

Für sein neuestes Werk, welches im Wettbewerb der diesjährigen Berlinale lief und den „Friedensfilmpreis“ zugesprochen bekam, diente ihm das Buch „Goodbye Bafana: Nelson Mandela, My Prisoner, My Friend“ von James Gregory. Der Gefängniswärter kam 1968 nach Robben Island, wo der südafrikanische Oppositionsführer (und spätere erste schwarze Staatspräsident) Nelson Mandela eingekerkert war. Er sollte ihn bespitzeln. Weil er unter schwarzen Kindern auf dem Land aufgewachsen war, sprach er Xhosa, ihre Sprache. Durch die Begegnung mit dem charismatischen Häftling, der 27 Jahre im Gefängnis verbrachte, davon allein 18 Jahre auf Robben Island, wird aus dem weißen Rassisten mit der Zeit ein stiller Sympathisant.

Der Film entzieht sich (fast) jeder politischen Spannung und konzentriert sich kammerspielartig-ruhig auf seine Personen/auf DAS Thema: Ein Plädoyer für die menschliche Kraft, sich jederzeit „ändern“ zu können/klüger zu werden/die Denk- wie Sichtweise umzupolen. Dafür sind die beiden Hauptakteure mehr als Symbolfiguren denn als Charaktere angelegt.

Ein nahegehender Film; in der traditionellen Erzählkino-Mischung aus Tragik/Gefühl/Spannung und bitterem Humor einfach wie fein angesiedelt. Mit zwei exzellenten Schauspielern: JOSEPH FIENNES („Shakespeare in Love“; „Luther“; „Stealing Beauty – Gefühl und Verwirrung“) überzeugt als der sich wandelnde James Gregory; DENNIS HAYSBERT (bekannt als US-Präsident in der populären TV-Serie „24“; „Dem Himmel so fern“/2002) mimt angenehm-zurückhaltend die „Lichtgestalt“ Mandela. Als Gregorys nicht gerade geistig-üppig ausgestattete Ehefrau Gloria überrascht im Übrigen die hier mal passable Diane Kruger. Ein denk-würdiger Versöhnungs-Film (= 3 PÖNIs).

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