FC Venus Kritik


FC VENUS“ von Ute Wieland (D 2006; 100 Minuten; Start D: 27.04.2006); die an der Filmhochschule in München Regie studiert hat, 1987/88 mit dem Kinofilm „Im Jahr der Schildkröte“ debütierte und seitdem vor allem für das Fernsehen tätig war. Im Jahr der Fußball-WM in Deutschland (9.6.-9.7.) ist derzeit natürlich auch verstärkt das Gesellschafts- Thema FUßBALL im Kino angesagt: Mann und Frau. ER, Paul, liebt leidenschaftlich das Geschehen um das runde Leder; SIE, Anna, hasst den Ballsport und hat ihm fast seine Leidenschaft DAFÜR „ausgetrieben“. Man lebt zusammen glücklich in Berlin. Doch dann ereilt ihn der Hilferuf aus seiner heimatlichen Provinz und erinnert ihn nachhaltig daran, dass FUSSBALL einst sein LEBEN war: Der dortige Verein, SEIN CLUB, EINTRACHT IMMA, droht „abzustürzen“, er soll doch, bitteschön, den Untergang zu verhindern mithelfen. Paul ist Feuer und Flamme und lockt Anna „täuschend“ zurück in die Heimat: Während Sie auf „Hochzeit“ hofft, will er nur kicken. Im wütenden Wodkarausch entsteht so eine Match-Wette: FRAUENmannschaft gegen MÄNNERteam. Wenn die Weibsen gewinnen, ist mit dem Fußballwahn endgültig Feierabend. Wenn die Kerle die Tore schießen, ist mit der femininen Meckerei endgültig Schluss.

Ein reizvolles wie sehr emotionales Thema, mit vielen Möglichkeiten zum augenzwinkernden Geschlechterstreit, mit dem ironischen Blick auf die klassische Rollenverteilung, mit der Chance für amüsante wie versteckte Fouls und ansprechende Typisierung. Doch die Regisseurin verschenkt einiges durch eine viel zu vorhersehbare, spröde Erzählweise und Inszenierung: Platte, eindimensionale Figuren beherrschen das Geschehen; der Spannungsbogen erscheint durchweg bieder-begrenzt; das Tempo stockt zu oft, die bekannten (Fußball-/Geschlechter-)Klischees werden mehr dümmlich-bedient denn unterhaltsam karikiert. „FC Venus“ ist leider keine erfrischende Komödie über Frauen und Männer, die mit unerwarteten Motiven und originellen Gags aufwartet, sondern bleibt stets im Rahmen eines „normalen“ TV-Filmchens.

Einzig NORA TSCHIRNER als genervte Fußballhasserin Anna weißt Rollen-Charakter/Stärke/Persönlichkeit auf; sie ist eben eine wirklich ausdrucksstarke, interessante, berührende (nahegehende) CHARISMATISCHE Schauspielerin („Soloalbum“, „Wie Feuer und Flamme“), der man gerne und endlich mal „bessere Leinwand-Rollen“ wünscht. Sie hält sozusagen die Chose-hier noch gut-zusammen…, wegen ihr bleibt man hier „dran/dabei“. Ihr Partner CHRISTIAN ULMEN („Elementarteilchen“, „Der Fischer und seine Frau“, „Herr Lehmannn“) bemüht sich, gut mitzuspielen. Ein neuer deutscher Manchmal-Schmunzel-Film, der insgesamt leider nur im SOLIDEN (emotionalen wie intellektuellen) MITTELFELD mitkickt, wo er doch, BEI DIESEM STOFF, eigentlich (viel) weiter vorne mitspielen sollte…(wo Vorbilder wie „Kick It Like Beckham“ aus GB oder „Das Wunder von Bern“ von Sönke Wortmann unerreichbar bleiben).

Es wie bei Hertha BSC an jedem Bundesliga-Wochenende: Vor dem Spiel wird viel HEIßE LUFT geredet/ausgespuckt, doch dann, wenn es auf dem Spielfeld drauf-ankommt, ist meistens nur graues MITTELMASS zu erleben…; im Olympiastadion wie auch jetzt im Kino (= 2 ½ PÖNIs).